Athe aktuell: „Respekt für dich“ – ein ernstes Thema auf der Bühne im Athe

Lautstarkes Stimmengewirr dringt jedem entgegen, der an diesem Dienstag die Aula betritt. Es ist der 28. Mai und alle Reihen sind gerammelt voll. Der gesamte 8. Jahrgang des Athenaeums hat sich auf den Plätzen niedergelassen, nur einige Plätze in den ersten Reihen sind nicht besetzt. Vorne auf der Treppe zur Bühne steht eine noch unbekannte Frau. Es ist Katarzyna Piotrowski. Sie arbeitet in der Beratungsstelle für sexuellen Missbrauch in Stade. Langsam wird es ruhiger und sie erzählt, was uns erwarten wir, und zwar ein Theaterstück mit dem Namen „Respekt für dich“. Zudem erklärt Frau Piotrowski, was die Beratungsstelle für sexuellen Missbrauch macht, nämlich Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, anonym beraten, wenn es um sexuelle Gewalt geht. Unsere Sozialarbeiterin Lisa Jensen hat die Veranstaltung mit Beratungslehrerin Frau Heimann organisiert.

 

Die zwei Schauspieler Massimo Tuveri und seine Kollegin von der Kontakt- und Informationsstelle Zartbitter e.V. aus Köln führten in der Aula ein Theaterstück vor, um über sexuellen Missbrauch, Erpressung und andere wichtige Themen wie Cyber-Mobbing aufzuklären. Zartbitter e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, über sexuellen Missbrauch zu informieren und jungen Menschen mit ihren Problemen zu helfen, denn sie fungieren auch als Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliche, die von sexueller Gewalt betroffen sind.

Das Theaterstück „Respekt für dich“ handelt von zwei Mitarbeitern einer großen Werbeagentur, die ein Projekt an Schulen zum Thema Respekt planen. Allerdings merkt Massimo Tuveri, in der Rolle des Carlos, schnell, dass er lieber mit den Jugendlichen zusammenarbeiten möchte, anstatt wie geplant eine große Show abzuziehen. Denn auch eine Person aus Carlos Umfeld, sein Neffe Tom, ist nun von dem Problem betroffen. Tom wird von anderen Schülern mit einem Nacktfoto erpresst und Carlos und seine Kollegin Simone müssen ihm helfen, werden aber von ihrem Chef gefeuert, da sie in der Zeit nicht gearbeitet haben. Dieses Problem gilt es nun zu lösen…

Nach der Vorstellung gab es noch eine Fragerunde und wir konnten sowohl die Schauspieler, die sich auch bei Zartbitter ev. für Kinder und Jugendliche, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind, einsetzen, als auch Frau Piotrowski alles fragen, was wir zum Thema wissen wollten. Zwar hat man am Anfang nicht gemerkt, in welche Richtung das Stück gehen wird, da sie die ganze Zeit nur die Veranstaltung im Stück geplant haben, aber im Endeffekt kam das Thema Respekt doch ganz gut zum Vorschein. Ich finde allerdings, dass sie sich die detaillierte Planung des Events im Theaterstück hätten sparen können, um den Fokus mehr auf das Thema „Respekt für dich“ setzen zu können. Denn das sollte schließlich das Zentrum der Kampagne sein, was ihnen meiner Meinung nach nicht ganz perfekt geglückt ist. Ich finde, die Idee des Projekts sehr schön, aber die Umsetzung hätte besser erfolgen können. Trotzdem finde ich es toll, dass es solche Aktionen gibt, die dann auch in den Schulen gezeigt werden, um die Schüler direkt darauf aufmerksam zu machen. Dass das Thema wichtig ist und die Schüler interessiert, hat die Fragerunde gezeigt, die noch viel länger hätte gehen können, weil viele Schüler noch Fragen oder Anregungen hatten.

von Stine Corleis