Ein rotes Band zieht sich durch´s Athe

Durch die Schule „läuft“ ein Band und verknüpft Menschen, die etwas verbindet – Schüler, Schülerinnen, Lehrkräfte und Mitarbeiter/innen der Schule. Hier soll es um den einzelnen Menschen gehen, um seine Interessen, Ideen, Vorschläge zum Schulleben: also verschmilzt Persönliches mit Schulischem und wir lernen die interessante Vielfalt, die das Athenaeum ausmacht, nach und nach kennen. Hierbei entscheidet jede/r Interviewte selbst , an wen sie oder er das rote Band, also quasi den symbolischen roten Faden, der sich durch die Schule zieht, weiter geben möchte. Ich bin sicher, dass wir viel Neues und Spannendes über diejenigen, die das Athenaeum ausmachen, erfahren werden. – Barbara Post

40. Herma Sonack

Eine einzigartige und liebenswerte Sekretärin mit Herz

„Eine optimistische und familiäre Frohnatur“, so beschreibt sich unsere Oberstufensekretärin Herma Sonack, welche seit über 40 Jahren als Sekretärin tätig ist, selbst. Geboren ist sie 1959 in Drochtersen-Dornbusch, wo sie bis heute auch lebt. Nachdem sie damals ihre Ausbildung als Reno-Gehilfin (Rechtanwalt- und Notarfachangestellte) in Stade absolviert hat, hat sie sich im Landkreis Stade beworben und ist schließlich hier am Athenaeum als Sekretärin eingesetzt worden. Von diesem und aus dem Schulalltag vieler Schüler:innen ist sie mittlerweile gar nicht mehr wegzudenken. Jeden Tag steht sie mit ihrer hilfsbereiten Art den Schülern und Kollegen bei Fragen zur Verfügung. Im Büro zu arbeiten und der Umgang mit Menschen gefällt ihr sehr gut, weshalb sie genau aus diesem Grund Sekretärin geworden ist: „Diesen Beruf mag ich wirklich sehr, das selbstständige, abwechslungsreiche und vielseitige Arbeiten, was den Beruf auszeichnet, finde ich einfach toll“, erklärt Frau Sonack. Es ist also kein Wunder, dass sie sich für diesen Beruf entschieden hat, wobei es auch andere gibt, die sie interessant findet: „Ich hätte mir auch vorstellen können im Kindergarten zu arbeiten, doch eigentlich bin sehr glücklich über meinen Beruf als Sekretärin.“ Doch nicht nur dieser gefällt ihr sehr gut, sondern auch die Tatsache, dass sie ihn am Athe ausüben kann: „Mir gefällt einfach alles am Athenaeum, die Schüler:innen sind freundlich und hilfsbereit, genauso wie die Kollegen und Kolleginnen, die Zusammenarbeit ist einfach sehr harmonisch“, erklärt Frau Sonack mit einem Lächeln im Gesicht. „Eine harmonische Zusammenarbeit“, es ist wohl genau das, was man sich für seine berufliche Zukunft nach der Schulzeit wünscht. Apropos Schulzeit, wie sind eigentlich Ihre Erinnerungen an diese? „Ich hatte eine sehr schöne Schulzeit, wir besaßen eine gute Klassengemeinschaft und hatten nette Lehrer. Zudem liebte ich die sprachlichen Fächer wie Englisch und Französisch. Das Einzige, was mir nicht so gut gefiel, war der Sportunterricht.“ Doch obwohl sie diesen nicht so gerne mochte, ist Frau Sonack eigentlich ein ziemlicher Sportfan: „In meiner Freizeit mag ich es, neben dem Bingo spielen, kegeln und schießen zu gehen. Außerdem bin ein großer HSV-Fan.“

Genauso wie Fußball gibt es aber noch weitere Dinge, die Herma Sonack sehr mag: „Ich mag deutsche Schlager, verbringe natürlich auch gerne Zeit mit meinen Enkelkindern und meiner Familie oder entspanne mich nach meiner Arbeit mit einem Kaffee.“ Sich einfach einmal entspannen und nichts tun wird in Zukunft etwas sein, was Herma Sonack wohl noch häufiger tun kann. Denn nach ihrer langen Arbeit als Sekretärin wird sie demnächst in den Ruhestand gehen. Dabei ist es ihr wichtig, auch weiterhin jeden neuen Tag bewusst zu erleben und genießen zu können: „Ich werde weiterhin meinen ‚neuen‘ Alltag genießen, wobei ich schon betonen muss, dass mir die Arbeit, die Kollegen sowie alle weiteren Mitarbeiter:innen dieser Schule und die Schüler:innen sehr fehlen werden“, erklärt Frau Sonack. Das ist sehr nachvollziehbar, nach so langer Zeit ist es schließlich ungewohnt, wenn einem plötzlich ein ganz neuer Alltag bevorsteht. Doch auch dann wird es sicherlich viele schöne Dinge geben, mit welchen man seinen Tag verbringen kann, oder? „Ja, auf jeden Fall, ich kann mir gut vorstellen, kleine Urlaubsfahrten zu unternehmen, das wird bestimmt schön.“ Dies klingt doch einem hervorragenden Plan, bei welchem wir Ihnen viel Spaß wünschen. Gibt es denn noch etwas, dass Sie zum Abschluss gerne sagen würden? „Ja unbedingt, ich möchte mich nochmal herzlich bei den Kollegen und der Schulleitung für jegliche Unterstützung, die man in schwierigen Lebensphasen erhält, bedanken. Für die Zukunft wünsche ich Ihnen allen Gesundheit, Glück und Zufriedenheit!“ Vielen Dank Frau Sonack! Ich denke, ich spreche im Namen aller, wenn ich sage, dass wir dies nur zurückgeben können.
Herzlichen Dank, Frau Sonack, für Ihre Arbeit, welche Sie jederzeit zuverlässig, freundlich und mit einem Lächeln mit Gesicht erledigt haben. Am Athenaeum werden Sie uns allen sehr fehlen, doch es wird Ihnen sicherlich eine wundervolle Zeit bevorstehen, für welche wir Ihnen ebenfalls Gesundheit, Glück, Zufriedenheit und nur das Beste wünschen, denn dies haben Sie sich auf jeden Fall verdient!

Interview: Lydia Prigge

39. Tim Heuke

Ein humorvoller Handballer mit einer Liebe für Geographie…

„Ausgeglichen, perfektionistisch und humorvoll.“ So würde sich der aktuelle Athebandträger Tim Heuke in drei Worten beschreiben. Seit einiger Zeit ist Herr Heuke schon als Englisch-und Erdkundelehrer an unserer Schule tätig. Geboren ist er 1987 zwar in Münster, er spricht aber fränkisch, ist er doch in Fürth aufgewachsen. Mittlerweile lebt er zusammen mit seiner Frau in Fredenbeck. Zuvor lebten sie zusammen in Bayern, haben sich dann aber für den Norden entschieden. Doch dass dies in Stade sein würde, hätte Herr Heuke nicht gedacht: „Um ehrlich zu sein, habe ich vorher noch nie etwas von Stade gehört. Als ich dann nach einer Arbeitsstelle gesucht habe, bin ich auf das Athenaeum gestoßen und habe ich mich sehr schnell in diese Gegend verliebt. Dies ist auch der Grund, warum ich die Stelle angenommen habe.“ Über diese Entscheidung ist Herr Heuke immer noch sehr erfreut, genauso wie die Tatsache, dass er Lehrer geworden ist. Doch wie kam es eigentlich zu dieser Entscheidung? „Eigentlich wollte ich als Jugendlicher immer Zahnarzt werden oder auch Rentner, weil diese immer so viel Zeit hatten. Jedoch stellte ich schnell fest, dass ich großen Spaß an der Arbeit mit Jugendlichen habe, da ich auch viele Jahre Nachhilfe gegeben habe und ich merkte, dass es sich gut anfühlt, jemanden bei etwas helfen zu können.“ Auch, welche Fächer er unterrichten möchte, war Herrn Heuke eigentlich schnell bewusst: „Als Schüler war ich in Englisch immer ganz gut, außerdem habe ich Familie in England. Zudem reizte mich das hohe Themenspektrum in Geographie (so heißt das nämlich – und nicht Erdkunde, sagt Herr Heuke schmunzelnd), obwohl das Interesse eher nach dem Abitur kam, da ich in der Oberstufe kein Geographie hatte. Zudem bekommt meine Frau auch oft zu hören, dass ‚alles Geographie ist‘, sie wäre mittlerweile sicher bereit für ein Abi in Geographie“, sagt Herr Heuke lachend. Doch neben diesen Fächern gab es natürlich noch weitere, welche ihm gefallen bzw. auch eher weniger gefallen haben…: „Was ich am wenigsten gemocht habe, war definitiv Geschichte! Da ging es irgendwie immer nur um die Jahreszahlen und wann wer irgendwas Tolles gemacht haben soll – das war mir zu langweilig. Vielleicht lag das aber auch einfach an meinem Geschichtsunterricht. Natürlich habe ich aber auch Fächer gehabt, die richtig super fand, zum Beispiel Sport.“ Und nicht nur in der Schulzeit war Herr Heuke ein totaler Sportfan, sondern auch noch heute, insbesondere Handball hat es ihm besonders angetan: „In der fünften Klasse bin ich auf Handball aufmerksam geworden und da war es um mich geschehen. Ich bin dann einem Verein beigetreten und spiele bis heute gerne Handball. Zum Beispiel spiele ich auch mit Herrn Hoffeld hier in einem Verein in Stade. Wir sind zwar mittlerweile fast schon eher eine Altherrenmannschaft, aber es macht immer noch sehr Spaß!“

Dies hängt vor allen Dingen damit zusammen, dass aufgrund der Kombination der drei Grundsportarten Laufen, Springen und Werfen der ganze Körper beansprucht wird, was ihm sehr gefällt: „Handball ist eben sehr körperbetont, aber gleichermaßen sehr fair. Meiner Meinung nach gibt es keinen Sport, welcher vergleichbar mit Handball ist. So habe ich in meinen 20 Jahren, in welchen ich Handball gespielt habe, auch nie so eine Rudelbildung wie z.B. beim Fußball erlebt.“ Dennoch aber mag Herr Heuke auch gerne Fußball, obwohl er seine Fußballkarriere für den Handball irgendwann aufgegeben hat: „Handball ist eben mein Favorit, ich sympathisiere auch sehr mit dem Handballverein HC Erlangen, bin aber auch Borussia-Dortmund-Fan, was den Fußball betrifft.“

Doch neben seiner Leidenschaft für Handball und anderen Sportarten hat Herr Heuke natürlich noch weitere Interessen: „Durch die Pandemie habe ich meine Kochskills erweitert. Besonders gerne mag ich übrigens Pesto alla Genovese. Dass ich zu Hause der Koch bin, freut meine Frau auch sehr. Ansonsten gucke ich gerne Sport, natürlich Handball, aber auch American Football und spiele gerne Gesellschaftsspiele mit meiner Familie und meinen Freunden.“ Dies klingt doch sehr vielreich und nach tollen Möglichkeiten, seine Freizeit zu verbringen, auch wenn man nicht sehr viel davon hat. Aufgrund dessen ist es natürlich auch wichtig, sich mal zu entspannen, oder? „Ja, natürlich auf jeden Fall! Um zu entspannen, gehe ich in der Ferienzeit sehr gerne in den Alpen wandern. Oder ich fahre mit dem Fahrrad irgendwo durch Deutschland. Zudem habe ich vor einiger Zeit Podcasts für mich entdeckt. Einfach mal nicht reden zu müssen, finde ich schon sehr entspannend.“

Apropos Schulzeit, was sind eigentlich Ihre schönsten Erinnerungen an Ihre Schulzeit? „Definitiv meine Schulfreunde. Ich habe in der Schulzeit meine bis heute besten Freunde kennengelernt und dafür bin ich sehr dankbar. Die Schulzeit schweißt, denke ich, sehr zusammen und daran denke ich auch gerne zurück.“ Doch nicht nur seine Zeit als Schüler mochte Herr Heuke sehr, sondern auch seine Zeit als Lehrer hier am Athenaeum genießt er: „Ich fühle mich hier am Athe seit Tag eins sehr wohl und dafür bin ich vor allem meinen Kolleginnen und Kollegen dankbar. Doch auch der soziale Umgang zwischen den Schülern gefällt mir besonders gut! Als ich neu am Athenaeum war, hat mir das gute Miteinander der Schülerinnen und Schüler sehr imponiert. Außerdem finde ich die Kabuschka super – es gibt immer eine tolle Auswahl, unser Kabuschka-Team ist wahnsinnig nett und ich habe im Laufe der Jahre sogar Rezepte nachgekocht. Auf die Geheimzutat der Giraffencreme warte ich aber immer noch“, verrät der 34-Jährige. Doch auch ohne die Geheimzutat zu kennen, ist Herr Heuke hier am Athenaeum mit seiner Arbeit als Lehrer super zufrieden: „Ich mag meine Arbeit sehr. Des Weiteren gibt es einige Kolleginnen und Kollegen, welche ich sehr witzig finde und mit denen ich gut lachen kann, da wir den gleichen Humor teilen.“ Auch die Tatsache, dass er Lehrer werden konnte, mache ihn glücklich. „Wahrscheinlich wäre ich ansonsten Tischler geworden, da ich das Handwerkliche manchmal etwas vermisse, aber dennoch freue ich mich Lehrer zu sein!“ Und nicht nur Herr Heuke ist darüber erfreut, es gibt bestimmt auch Schülerinnen und Schüler, welche Sie als Lehrer sehr schätzen, oder? „Also ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn dies der Fall ist und mich einige vielleicht auch als coolen Lehrer bezeichnen würden. Ich lege sehr großen Wert auf Lockerheit und Freude bei gleichzeitig hoher Leistung. Ich mache sehr gerne mal einen Spaß und lache auch gerne mit den Schülerinnen und Schülern, wobei ich natürlich auch Leistung von allen Beteiligten erwarte – sowohl von mir als auch von der Klasse.“ Leistung zu erbringen ist eben etwas, was uns immer im Leben begleitet, in der Schule z.B. durch die Klassenarbeiten: „Klassenarbeiten zu schreiben, gehört eben auch dazu und manchmal kann es auch sehr lange dauern, diese zu korrigieren. Deswegen muss ich auch immer wieder lachen, wenn mich Schüler zwei Tage nach einer Klassenarbeit fragen, ob sie die Arbeit heute zurückbekommen. Manchmal wünsche ich mir, dass Schülerinnen und Schüler wüssten, wie lange das wirklich dauert, wie viele Wochenenden am Schreibtisch verbracht werden, bis eine Arbeit korrigiert ist. Allgemein verbringe ich leider viel zu viel Zeit mit dem Korrigieren“, erklärt Herr Heuke. Es gibt doch auch bestimmt noch einen Wunsch, welchen Sie sich erfüllen wollen, oder? „Ja, das stimmt“, sagte Herr Heuke lachend. „Wir haben uns vor kurzem erst ein Haus gekauft, dies war ein großer Traum, den wir uns bereits erfüllen durften. Außerdem habe ich mir letzten Sommer ein Moped gekauft. Ich liebe einfach das Gefühl, im Sommer damit herumzufahren. Aber natürlich ist das Wichtigste immer noch die Gesundheit meiner Familie, insbesondere in diesen schwierigen Zeiten.“ Dem kam sich bestimmt jeder anschließen. Wir hoffen zumindest, dass sich Ihre Wünsche erfüllen und Sie auch nächsten Sommer mit ihrem Moped die Gegend erkunden können und weiterhin Ihre Freude am Beruf behalten und diese natürlich auch an andere, insbesondere an die Schülerinnen und Schüler, weitergeben können!

Interview: Lydia Prigge

38. Robin Fiege

Einer, der immer eine gute Figur macht…

Robin Fiege hat von seinem Lieblingslehrer Herrn Tietje das Atheband übergeben bekommen, denn Robin begeistert seine Mitschüler und Lehrer mit seinen erstaunlichen Origami-Fähigkeiten – und Herr Tietje wollte mehr darüber erfahren. Diesen Wunsch können wir ihm nun erfüllen, denn die Fingerfertigkeiten des Nachwuchskünstlers sind beeindruckend. Innerhalb kürzester Zeit erschafft der Sechstklässler die kleinen Figuren aus Papier. Dabei folgt er längst nicht mehr Anleitungen aus einem Buch, denn er faltet zahlreiche von ihnen aus dem Kopf und hat sich selbst auch eigene ausgedacht.
Angefangen hatte alles mit dem Falten von Papierfliegern im Alter von etwa fünf Jahren, auch wenn er das nach einiger Zeit kurzfristig aufgab und sich erst nach einer längeren Pause wieder mit ungefähr sieben Jahren dem Origamifalten widmete, indem er sich an den Anleitungen aus Büchern orientierte und sich an immer schwierigeren Figuren versuchte. Die Faszination ließ ihn nicht los geht für Robin von den vielfältigen Möglichkeiten und der schnellen Wandelbarkeit des Papiers durch nur wenige Faltschritte aus. Er vergleicht das mit den “Transformers”, von denen er ebenfalls Fan ist. Außerdem hat er ein Faible für die Origamis, die zwar leicht zu falten sind, aber durch ihr cooles Aussehen trotzdem eine große Wirkung auf den Betrachter haben. Schätzungsweise faltet Robin täglich fünf bis zehn Figuren, mal mehr, nur selten auch mal gar keine. Basteln tut er häufig in Situationen, in denen ihm langweilig ist. Dabei faltet er nicht nur Figuren in weniger als einer Minute, für die die meisten Bastler fraglos mindestens zehn benötigen würden. Teilweise beschäftigt er sich mehrere Stunden mit einer einzigen, besonders kniffligen Figur, mit denen andere Künstler seiner Zunft zweifellos komplett überfordert wären. Robin beschränkt sich nicht mehr nur auf die normalen Größen von Origamipapier, sondern faltet auch Figuren, die größer sind als üblich. Außerdem erfindet er seit einiger Zeit auch eigene Origamis. Die Idee zu einem Strauß kam ihm beispielsweise, als er ursprünglich etwas anderes falten wollte, aber sich nicht richtig an die Anleitung erinnern konnte und bemerkte, dass er aus dem bereits gefalteten Ansatz einen Strauß entwickeln könnte.

Mittlerweile hat Robin sich durch eine Vielzahl an Büchern mit Faltinstruktionen gearbeitet und orientiert sich auch an Anleitungen aus dem Internet. Zudem kennt er zwischen 50 und 100 Figuren auswendig, sodass er seinem Hobby auch dann nachgehen kann, wenn er kein Buch zur Hand hat. Wo andere sich mit ihrem Smartphone beschäftigen, greift Robin zum Papier. Dieses muss auch nicht immer zwangläufig herkömmliches Origamipapier sein, im Restaurant hält auch einmal die Servierte her. Nach eigenen Angaben befinden sich zahlreiche Figuren bei ihm zuhause, weshalb der 12-Jährige inzwischen nach Beschwerden seiner Mutter viele der Figuren verschenkt. Außerdem nimmt der Sechstklässler auch für kleine Gegenleistungen Aufträge an und verschenkte beispielsweise sogenannte Bascetta-Sterne zu Weihnachten, die schwer zu falten sind. Mit Freude und viel Geduld ist Robin auch dazu bereit, den Ablauf des Faltens neugierigen Mitmenschen zu erklären und schreckt dabei auch nicht davor zurück, seine erstaunlichen Werke komplett auseinanderzunehmen – um sie anschließend erneut wiederauferstehen zu lassen.
Doch Robin beschränkt sich nicht nur auf das Falten der Papierfiguren. Er spielt nämlich außerdem schon seit vier Jahren Schlagzeug und Kontrabass, seitdem er in der Musikklasse ist. Außerdem rudert er in der AG von Herrn Wendel. Zudem ist er auch begeistertes Mitglied der Robotik AG und hatte Spaß, dieses Jahr am RoboCup teilzunehmen. Mit seiner Mutter und seinem Bruder geht Robin auch gerne paddeln. Außerdem hat Robin auch sonst einen Hang zum Erbauen und Erschaffen, da sich ebenfalls für Lego begeistert. Robin Fiege ist also ein echter Tausendsassa. Sein Lieblingsfach, Mathematik, mag er, weil es für ihn leicht zu verstehen ist, auch wenn er mal eine Stunde gefehlt hat. Ob es da einen Zusammenhang zwischen den Formen und Mustern des Origamis und dem Fach gibt, der ihm hilft? Die Vermutung liegt zumindest nahe…

Interview: Clara Stürzl

37. Lars Tietje

Sportfan durch und durch mit einem Talent für Rouladen

„Ein ziemlich guter Lehrer.“ Das waren die ersten Worte, die ich auf Nachfragen über den Interviewten erhalten habe. Und dieses Bild zieht sich auch weiter durch die Schülerschaft: „Herr Tietje kann gut erklären, allerdings ist er auch streng“, meint eine andere Schülerin der Jugendreporter. Und das wissen Schüler meistens zu schätzen, wenn der Lehrer gleichzeitig freundlich ist. Und das ist Lars Tietje.
Der Mathematik- und Physiklehrer ist Thema dieses Artikels, da er von Julia Fuchs das rote Athe-Band erhalten hat. Diese hatte es an ihn weitergegeben, weil sie ihn als einen sehr seriösen Lehrer wahrnimmt und sie wissen wollte, was Herr Tietje abgesehen von Mathematik interessiert. Im Gespräch mit ihm wurde mir schnell klar: Er ist ein Sportfan durch und durch! Neben den wöchentlichen Treffen zum Fußballspiel mit dem Kollegium geht der HSV-Fan einmal wöchentlich zum Schwimmen und spielt Squash. Abgesehen davon interessiert er sich für politisches Kabarett. Der gebürtige Stader wollte quasi schon immer Lehrer werden. Am Wichtigsten an der Schule ist ihm dabei, dass sie das kritische und selbstständige Denken der Schüler fördert, wozu er einen Beitrag leisten will. Außerdem findet er das Kabinettsystem interessant. Klassenräume werden hierbei den Lehrern zugewiesen, diesen können sie sich individuell einrichten und die Klassen kommen zum Unterricht zu den Lehrkräften. Nicht der Lehrer wandert somit durch die Gegend, sondern die Schüler, was aber den Vorteil hat, dass die Räume vermutlich gemütlicher eingerichtet und gepflegt werden. Aber wieder zu Herrn Tietje. Interesse, Sympathiepunkte bei ihm sammeln? Relativ einfach. Sympathisch findet Herr Tietje an Schülern, wenn sie sie sich ehrlich und authentisch verhalten. Frei nach dem Motto: Weniger schleimen ist mehr…!

Als eher anstrengend empfindet der 31-Jährige hingegen die momentan zahlreichen Abordnungen an andere Schulen, in seinem Fall an die Hauptschule der Thuner Straße, und das Korrigieren von Klassenarbeiten. Zudem ist Herr Tietje der Meinung, dass die Digitalisierung an den Schulen schneller vorangehen und überprüft werden sollte, ob diese wirklich einen Mehrwert bringt, um sie gegebenenfalls zu optimieren.

In seiner eigenen Schulzeit ist Herr Tietje neben Mathe- und Physik- gerne zum Französischunterricht gegangen. Da er allerdings, wie er sagt, keinerlei musikalisches oder künstlerisches Talent hat, waren die dem Themengebiet zugehörigen Fächer nicht so seine Stärke, weshalb er auf diesem und dem literarischen Bereich gerne mehr Fähigkeiten und Wissen hätte. Dafür ist er aber stolz auf seine Fähigkeit, Rouladen zu kochen, von der nicht nur seine (frisch) Verlobte Vanessa zu schwärmen weiß…
Zwar hat Herr Tietje kein wirkliches Lebensmotto, allerdings ist es ihm wichtig, im Leben auch Spaß zu haben, dabei solle man aber nicht vergessen, kritisch zu denken, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese zu vertreten. Dann macht auch der Unterricht viel mehr Spaß – besonders bei Lars Tietje…

Interview: Clara Stürzl

36. Julia Fuchs

Engagierte Schülerin mit Liebe zu Sprachen

Als ich davon hörte, dass Herr Wendel das rote Athe-Band an Julia Fuchs weitergeben will, war ich sofort Feuer und Flamme, das Interview mit ihr zu führen. Ich kenne Julia bereits seit dem Kindergarten und war auch mit ihr in der Theater-AG an unserer Schule. Daher war es mir ein Leichtes, einen Termin mit ihr zu einem Interview zu finden, welches aus ersichtlichen Gründen schon ein paar Tage zurückliegt.
Julia ist 16 Jahre alt und wäre jetzt in der elften Klasse, befindet sich zurzeit aber in Amerika. Nach den Sommerferien ist sie direkt nach Houston, Texas geflogen und macht dort nun ein einjähriges Austauschjahr. Doch zunächst hat Julia einen schönen Tag mit ihrer Gastfamilie in New York verbracht.

Dieses tolle Ereignis hat die Gastfamilie und Julia noch ein Stück näher zusammengebracht und war ein sehr schönes Erlebnis. Kurz darauf fing auch schon die Schule an. ,,Die Schule macht sehr viel Spaß, allerdings ist dort sehr viel anders als bei uns in Deutschland‘‘, sagte mir Julia, als wir mal wieder miteinander sprachen.

Unterschiede sind zum Beispiel, dass die Schule dort viel größer ist und
in einem Jahrgang dementsprechend mehr Leute sind. Außerdem gibt es
andere Fächer, wie beispielsweise Astrologie.

Julia meinte einmal zu mir, dass sie nicht wirklich etwas verstehe, weil es dort so viele Wörter gebe, die sie nicht kenne. Trotzdem sei alles sehr interessant und eine spannende Erfahrung.

Hier am Athenaeum hat sich Julia bereits die letzten Jahre sozial engagiert. Sie hat am ISA-Programm teilgenommen und hilft bereits seit zwei Jahren Schülern in Französisch. Dazu kam es überhaupt erst, da eine Freundin durch das Erzählen ihr Interesse erweckte und sie gerne ,,ihr Wissen weitergeben möchte‘‘. Außerdem benötigte sie natürlich auch Geld, das sie heute für die teure Reise nutzen kann. Zu ihren eigenen Lieblingsfächern in der Schule lässt sich nicht viel sagen… Julia berichtete, dass sie eigentlich kein richtiges Lieblingsfach habe, da alle vollkommen in Ordnung seien. Das einzige Fach, was Julia absolut nicht mag, ist Physik. Julia interessiert sich aber insbesondere für Sprachen und Historie. Daher hat sie vor, später im beruflichen Leben eventuell etwas mit Sprachen oder auch Politik oder Geschichte zu machen.

Doch auch außerhalb der Schule engagiert sich Julia. Sie ist seit
ihrer Konfirmation in der evangelischen Kirche aktiv und auch in
der Schülervertretung tätig. In der Kirche ist sie eine
,,Teamerin‘‘ und kümmert sich um die etwas kleineren Kinder, die
mit ihr zusammen zum Beispiel basteln. Außerdem spielt sie
leidenschaftlich Tennis und Volleyball. Diese Hobbies hat sie
jedoch erst einmal beendet, weil sie ja nicht in Deutschland ist.
Julia hat aber vor, ihren sportlichen Aktivitäten weiter
nachzugehen, wenn sie wieder zurück ist.

,,Ich bin ein sturer Mensch‘‘, das berichtete mir Julia, als ich
sie nach ihren Schwächen und Stärken fragte. Zu den Stärken sagte
sie, dass sie ein sehr positiv denkender und selbstbewusster Mensch
sei. Daher wundert es mich nicht, dass Julia schnell Anschluss in
Texas gefunden hat und dort noch eine tolle Zeit verbringen wird.
Ich wünsche weiterhin ihr viel Spaß bei ihrer Reise und dass sie
möglichst viele positive Erfahrungen machen wird!

Interview: Heather Buck

35. Jochen Wendel

Großgewachsener Ruderer mit Hang zur Artistik

Wolf Rolapp hat das Athe-Band an Herrn Wendel weitergegeben, da dieser zum einen der Vater eines Freundes aus dem Kindergarten ist, und zum anderen seit langer Zeit die Ruder-AG leitet, an der Wolf bis zu seinem Abitur in diesem Jahr teilgenommen hat. Die beiden teilen die Leidenschaft für diesen Sport und Wolf wollte gerne einige Dinge aus der Rudervergangenheit des großgewachsenen Hessen erfahren.
Großgewachsen – so kennt jeder Jochen Wendel. Aber er ist nicht nur für oder wegen seiner Größe bekannt. Viele kennen ihn aufgrund seiner Position als Leiter der Ruder-AG bei uns am Athenaeum. Dass das Rudern schon seit vielen Jahren Raum in seinem Leben einnimmt, erzählt er mir bei unserem Gespräch. Früher war er Teil eines Jugendkaders, mittlerweile betreibt er den Wassersport aber nur noch in der Freizeit.

Seine Leidenschaft und langjährige Verbundenheit mit diesem Sport machten es für ihn attraktiv, jungen Schülerinnen und Schülern den Rudersport näherzubringen. Doch Jochen Wendels Herz schlägt nicht nur für den Rudersport, sondern auch fürs Jonglieren. Als begabter Jongleur tritt er in seiner Freizeit gemeinsam mit seiner Gruppe nicht selten auch hier in Stade auf. Als ich hörte, dass ich dieses Interview mit ihm führen sollte, erinnerte ich mich sofort an eine seiner Jongliershows mit Feuer, die ich vor einiger Zeit gesehen habe. Mit dem Jonglieren begann Jochen Wendel vor ungefähr 25 Jahren, nachdem er in Berlin fasziniert einige Jongleure im Park beobachtet hatte. Seit seinem Studium in Trier und Greifswald ist er in Gruppen tätig, die zusammen auftreten und Shows organisieren. Seine Faszination geht so weit, dass er sogar europaweite Treffen besucht, bei denen sich verschiedene Jongleure aus ganz Europa zusammenfinden.
Dass er seine beiden Leidenschaften im hohen Norden so gut verwirklichen könnte, hätte Jochen Wendel damals bestimmt noch nicht gedacht, als er vor 14 Jahren ohne hohe Erwartungen von Großgerau nach Stade kam. Er brauchte einen Job und entschied sich kurzerhand gegen Langen und für die Hansestadt. An seinen ersten Schultag am Athe kann er sich noch genau erinnern. Auf die Frage, ob ihm dieser denn gefallen habe, antwortet er sofort: „eher nicht“. Es sei sehr stressig gewesen, sagt er. Sein Vorstellungsgespräch und das erste Kennenlernen des Schulgebäudes haben ihm jedoch sehr gefallen. Nach dem Gespräch mit der Schulleitung und den Fachleitungen der verschiedenen Fächer erhielt er noch eine Führung durch das Schulgebäude. Begeistert war er vor allem von der fantastischen Aussicht, die man von der Sternenwarte aus hat. Uns Schüler beschreibt er als aufgeweckt und neugierig, auch mit den Kollegen verstehe er sich super. Mittlerweile gefällt ihm Stade sehr gut. Die Ruhe und die Vertrautheit haben es ihm einfach gemacht, sich hier wie zuhause zu fühlen.

Interview: Mira Senkbeil

34. Wolf Rolapp

Ein engagierter Musikliebhaber mit Sinn für Familie und Natur

Als ich den Auftrag bekam, ein Interview mit einem Wolf Rolapp zu führen, war ich von Anfang an gespannt, was sich wohl für eine Person hinter einem doch so interessanten Namen wie Wolf verbirgt. Ich fragte zunächst mal in meinem Freundeskreis nach, ob ihn vielleicht jemand kennt. Als meine Freunde mir sagten: „Das ist doch dieser große Typ, der in den Pausen meist auf der Treppe vor dem A-Bau rumhängt; der mit der großen Fellmütze“, hatte ich sein Bild sofort im Kopf.
Mit Block und Stift bewaffnet mache ich mich nun also auf den Weg zur Bibliothek, vor der wir uns in der ersten großen Pause treffen wollen. Wolf wartet bereits auf mich. Als wir unser Interview beginnen, ist er mir von Anfang an sympathisch. Bereitwillig antwortet er auf all meine Fragen und erzählt von sich aus einfach mal drauf los.
Wolf ist 18 Jahre alt und besucht den zwölften Jahrgang unseres Athenaeums. Zu einem seiner größten Hobbys, auf das er neben dem Rudern als körperlichen Ausgleich nicht mehr verzichten will, zählt das Jagen. Schon seit Jahrzehnten gehört es zur festen Familientradition und liegt ihm sprichwörtlich in den Genen, ebenso wie die Musik, die durch Wolfs Adern rinnt. Seine Eltern, erzählt er, waren schon immer sehr musikalisch unterwegs – der Vater als Trompetenlehrer und die Mutter als Sängerin im Chor. Er selbst singt seit dem vierten Lebensjahr im Chor, hört gerne klassische Musik und spielt sowohl in seiner Freizeit als auch im Atheorchester Horn.

Auf die Frage, was er denn beruflich mal machen wolle, antwortet er direkt und ohne groß zu überlegen: „Landschaftsberater“. Er ist auf einem altem Hof mit einem Obstplantageanteil aufgewachsen, um den er sich regelmäßig kümmert. Er kennt die landwirtschaftliche Arbeit also schon in Teilen und möchte dieses Wissen auch in seinen bevorzugten Beruf als Landschaftsberater einfließen und weiter wachsen lassen. Was jedoch direkt nach dem Abitur für Wolf ansteht, weiß er noch nicht.
Fest steht, dass Wolf ein sehr großer Familienmensch ist; er möchte später mal eine eigene Familie mit Frau und Kindern haben. Aus diesem Grund könnte er sich auch eher weniger vorstellen, später mal auszuwandern oder dergleichen, denn so müsste er seine jetzige Familie ja zurücklassen und „Zuhause ist es eben doch am schönsten“. Allerdings heißt das nicht, dass er nicht gerne in der Welt herumreist. Er verreist zwar nicht so häufig und nicht für so lange, aber wenn, dann doch sehr gerne.Nun ja, eine Frage konnte ich mir während des Interviews dann doch nicht verkneifen und zwar, wie denn seine Eltern auf den Namen „Wolf“ gekommen sind. Er lächelt und erzählt, dass der Name Wolf der germanischen Mythologie entstamme oder genauer: aus Richard Wagners „Ring der Nibelungen“, was ganz überraschend eine 16-stündige Oper ist (tja, eine Musikfamilie eben). Jedenfalls gibt es in dieser Oper einen Mann, der immer mit zwei Wölfen unterwegs ist „und dann meinte mein Vater, der Junge soll Wolf heißen“. Und jetzt heißt Wolf eben „Wolf“.
Ich habe ihn auch gefragt, wer denn „seine Person“ wäre, wenn er sich jeden Menschen, tot oder lebendig, mal für einen ganzen Abend lang für ein beliebiges Gespräch an den Tisch holen könnte. Bei dieser – laut Wolf – sehr interessanten Frage, grübelt er verständlicherweise ein wenig länger und meint dann schließlich, dass er gerne mal einen seiner Vorfahren kennen lernen würde, um dessen Geschichte zu erfahren. Um einfach mal zu hören, was ein Verwandter von vor zig Jahren zu erzählen und zu berichten hat. Um dessen Freuden, Erfahrungen, Sorgen und Erlebnisse zu erfahren. Um ihn kennenzulernen.
Zu Wolfs Stärken gehören neben seiner musikalischen Ader und körperlichen Stärke auch seine Teamfähigkeit, die Bereitschaft, Menschen zu helfen sowie sein freundlicher Umgang mit ihnen. Diese Stärken lassen sich gut bei den Schulsanitätern einbringen, bei denen er neben dem Chor, dem Orchester und der Ruder-AG tätig ist. Allerdings gesteht er auch, dass es ihm in manchen Situationen durchaus etwas an Ernsthaftigkeit fehlt, zumindest solange diese nicht ausdrücklich gewünscht und verlangt wird.
Als verrückte Aktion in seinem Leben würde er gerne mal mit dem Auto durch die Karpaten „brettern“ und die schöne Landschaft sozusagen mit Tempo 200 genießen. Womit wir auch schon zur letzten Frage gelangen und zwar: „Was würdest du deinem jüngeren Ich gerne mit auf den Lebensweg geben?“ Er denkt kurz darüber nach und sagt dann: „Bleib so wie du bist! Denn letzten Endes bist du, so wie du bist, genau richtig! Lass dich nicht beirren, sondern gehe deinen Weg! Bleib standhaft!“.
Mit diesen letzten Worten und einer netten Verabschiedung gehen wir dann beide nach einem entspannten und guten Interview wieder zurück in unsere Klassen.

Interview: Sophia Deleker

33. Peter Trautmann

Humorvolles Organisationstalent mit Leidenschaft zum Sport

Svenja Dammann hat das AtheBand an Peter Trautmann weitergegeben, weil sie beide sehr gerne Sport machen. Wir haben uns mit ihm getroffen, um neben seinen privaten und sportlichen Interessen noch mehr über ihn zu erfahren.
Fangen wir mit dem Privaten an: Peter Trautmann ist verheiratet und hat mit seiner Frau zwei Söhne. In seiner Freizeit wandert er gerne, geht mit seinem Hund spazieren oder arbeitet gelegentlich als Fußballtrainer. Doch auch das Lesen gehört zu seinen Leidenschaften. Insbesondere Geschichtsbücher mit Bezug zum Kalten Krieg und zur DDR, über die Ausmaße des Spitzelsystems der Staatssicherheit, Dinge, die der gebürtige Thüringer zur damaligen Zeit einfach nicht bewusst erlebt hat, haben es ihm angetan.
Doch warum genau hat er sich für den Beruf des Lehrers entschieden? Es sei schon immer sein Kindheitstraum gewesen, Lehrer zu werden. Weil er sich schon immer für Geschichte interessiert habe und früher schon sehr sportlich gewesen sei, unterrichte er heute die Fächer Sport und Geschichte. Nicht ganz unschuldig an dieser Laufbahn, so erzählt er uns mit einem kleinen Schmunzeln, sei seine Größe gewesen, die letztlich ausschlaggebend für die Absage einer Jugendsportschule und somit das Aus einer möglichen Sportkarriere gewesen sei. Das Interesse am Sport, insbesondere an der Leichtathletik (Mittel- und Langstreckenlauf), allen Ballsportarten und dem Skifahren, hat der sympathische Lehrer jedoch nie verloren.

Dass es ihn aus der ehemaligen DDR in den hohen Norden verschlagen hat, lag an den fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten (also den fehlenden Referendariatsplätzen) nach dem Studium. Gemeinsam mit seiner Frau fiel der Entschluss, es einfach mal in Stade zu versuchen, eine Familie zu gründen und vielleicht irgendwann wieder zurückzugehen. Doch aus dem Zurückgehen wurde nichts. Insbesondere durch den Sport und die Arbeit fanden die beiden schnell Anschluss und tauschten die Berge gegen das flache Land. „Keine Berge, aber den Deich immer vor der Nase: das ist unsere neue Heimat“, sagt er strahlend.
Zuerst war Peter Trautmann an der Osteschule in Hemmoor tätig, doch dann wurde er aufgrund der Abschaffung der Orientierungsstufe ans Athenaeum versetzt. Sein erster Eindruck vom Athe: „Wie komme ich hier schnell wieder weg?“ Aus der anfänglichen Angst wurde schnell eine enge Verbundenheit. Heute versteht er sich mit vielen Kolleginnen und Kollegen gut und ist gerne an der Schule. Seit nun etwa drei Jahren ist er Stunden- und Vertretungsplaner und übt damit genau die Tätigkeiten aus, die ihn schon immer interessiert haben und jetzt erfüllen: das Organisieren und Koordinieren. Sein erster Eindruck von den Schülern hingegen war besser: schlitzohrig, nett und wissbegierig. Das hat sich bis heute nicht verändert und ist auch ein Grund dafür, weshalb sein anfänglich einziger Lichtblick – das Begleiten der Skifahrt – zu seiner Leidenschaft wurde. Jedes Jahr ist er erneut mit Leib und Seele dabei.
Sein neuer Lieblingsplatz sei mittlerweile das kleine Lehrerzimmer – das ehemalige Raucherzimmer – geworden. Dort sei es besonders witzig und motivierend für den gesamten Tag. Seine Wünsche für die Zukunft? Verletzungsfrei und natürlich gesund bleiben! Dafür drücken wir ihm selbstverständlich die Daumen und wünschen viel Spaß, wenn es wieder einmal heißt: Alpenpanorama, Zithermusik und ab geht die Post.

Interview: Carina Waledziak, Heather Buck, Janne Voigt

32. Svenja Dammannn

Handballerin mit guter Laune

Frau Puls hatte das Athe-Band an Svenja weitergegeben, weil sie gerne wissen wollte, ob sie auch in anderen Fächern als Sport so gute Laune hat. Hat sie! Während unseres Interviews in der Kabuschka haben wir viel gelacht und das, obwohl wir zu unserer beider Bedauern keine Giraffencreme mehr bekommen haben.
Svenja kommt aus Deinste und besucht die 12. Klasse. Sie ist froh, dass sie zum letzten Deinster Jahrgang gehört, der zum Athe gehen durfte und nicht nach Harsefeld ‚musste‘. An ihren ersten Schultag vor 7 Jahren kann sie sich noch gut erinnern. Wie den meisten Neuankömmlingen kam ihr die Schule zunächst unheimlich groß vor und die Orientierung fiel nicht ganz leicht. Wenn sie die heutigen Fünftklässler anguckt, wundert sich Svenja, wie selbstbewusst diese unterwegs sind und wie wenig Respekt manche Älteren gegenüber zeigen. Sie habe damals zu den Oberstufenschülern mit einer gewissen Ehrfurcht aufgeschaut.
Insgesamt fühlt sich Svenja rundum wohl am Athe. Gut gefallen hat ihr, dass man durch regelmäßige Lehrerwechsel verschiedene Methoden und Arbeitsweisen kennengelernt habe. Gerne hat sie Unterricht bei anspruchsvollen Lehrern, denn die würden das meiste aus ihr „herausholen“. Der Wechsel in die Oberstufe sei ihr nicht wirklich schwer gefallen. Zwar habe man nun deutlich mehr zu tun, aber man wisse jetzt auch, wofür man lernt. Es habe irgendwann geradezu „Klick gemacht“ und sie habe sich viel häufiger gemeldet. Früher gehörte sie eher zu den Schüchternen.
Wenn Svenja nicht gerade etwas für die Schule tun muss, dann verbringt sie viel Zeit mit ihrem größten Hobby, dem Handball. In Fredenbeck ist sie quasi mit dem Sport groß geworden. Später musste sie nach Stade wechseln, da in Fredenbeck nur noch Männermannschaften trainierten. Seit in Fredenbeck auch wieder Damenmannschaften trainieren, ist Svenja in zwei Mannschaften aktiv und somit am Wochenende eigentlich immer irgendwo unterwegs.

Es sei allerdings gar nicht so leicht, aus Deinste wegzukommen. Daher ist sie sehr froh, endlich allein fahren zu können, Svenja hat vor kurzem ihren 18. Geburtstag gefeiert.
Der Zeit nach der Schule sieht sie mit gemischten Gefühlen entgegen. Ihr gefällt es, täglich ihre Freunde zu sehen, und sie weiß, dass sie als Schülerin noch relativ viel Freizeit hat, aber sie freut sich auch darauf, „erwachsen zu werden“. Im Moment könnte sie sich vorstellen, in Richtung Journalismus oder Neurobiologie zu gehen. Auf jeden Fall will sie vor einer Entscheidung ein Praktikum machen, um nicht ins kalte Wasser springen zu müssen. Die Physiotherapie ist auch ein Berufsfeld, das Svenja interessiert. Selbst immer mal wieder betroffen, hat sie irgendwann entdeckt, dass sie ein Talent dafür hat, bei anderen Verspannungen zu erspüren.
Obwohl sie manchmal ein wenig Respekt vor der Fremde hat, möchte Svenja gerne die Welt sehen und sich auf Reisen ein Stück weit selbst entdecken: Island, Kanada, … Hauptsache Natur!

Interview: Wiebke Moritz

31. Kristina Puls

Ehemalige Leistungsschwimmerin und zufällige Lehrerin

Lauritz Bertram wollte wissen, wie Frau Puls auf die Idee der Erste-Hilfe-AG gekom-men ist. Natürlich ist das die erste Frage, die ich stelle. Sie sagt, dass es gar nicht ihre eigene Idee war, sondern dass Herr Hellwinkel sie angesprochen habe, ob sie die AG nicht übernehmen wolle. Die AG hat ihr Interesse geweckt, sagt sie. Da sie Sportlehrerin ist, wird sie wohl auch öfter damit konfrontiert, Erste Hilfe einsetzen zu müssen, was hoffentlich nicht allzu oft passiert. Außerdem wusste sie von Dienst-Handys, die nicht genutzt werden, das war ein weiterer Ansporn für Frau Puls, damit die Ersthelfer auch im Unterricht Bescheid bekommen können.
Aber fangen wir von vorne an: Ihre Idee, Lehrerin zu werden, kam auch eher durch Zufall, sagt Frau Puls. Dass sie Sport studieren möchte, war von vornherein klar, doch eigentlich wollte sie Trainerin werden, da sie aus dem Leistungssport im Schwimmen kommt. Sie wollte aber auch schon immer etwas mit Kindern machen und kam in dem Zusammenhang dann auf die Idee des Lehramtsstudiums. Sport war direkt klar, doch eigentlich sollte es Englisch als zweites Fach sein, nur gab es dafür sehr viele Anmeldungen und dann musste der Zufall entscheiden. Frau Puls war daraufhin gezwungen, ihren Zweitwunsch, also Deutsch, zu studieren.
Das erste Kennenlernen mit den anderen Lehrerinnen und Lehrern hatte Frau Puls bei einer Dienstbesprechung und einem Kollegiumsausflug. Es ging zum Paddeln auf für sie unbekanntes niedersächsisches Gewässer. Dabei lernte sie ihren späteren Mann kennen, als sie mit ihm wortwörtlich ,“im selben Boot“ saß. An ihre ersten rich-tigen Schultage an unserer Schule, die wohlgemerkt schon 6 Jahre zurück liegen, kann Frau Puls sich noch gut erinnern. Sie kam ans Athe und durfte zwei Wochen lang noch nicht unterrichten, so erkundete sie die Schule, dies empfand sie als sehr beruhigend. Aus dieser Zeit hat sie auch schnell ein Andenken bekommen, auf ihrem Klassenraumschild stand als Gravur ein Herz mit der Inschrift “Pulsi“.

Sie erzählt außerdem, dass sie es sehr mag, dass der Altbau noch so schön erhalten ist, sie sei selbst auf eine alte Schule gegangen und erinnert sich gern daran. Doch obwohl jeden Tag knapp 1300 Menschen durch das Athe laufen, merke man es nicht, da sich das alles gut auf dem großen Gelände verlaufe, erzählt Frau Puls. Au-ßerdem gefällt ihr die gute technische Ausstattung in fast jedem Raum dieser Schule, wie zum Beispiel mit modernen Activeboards und PCs. Sie bedauert aber, dass nur wenige Räume einen Nebenraum haben, um zum Beispiel verschiedene Lerngruppen trennen zu können.
Uns Stader bezeichnet sie gerne als „Landeier mit Stadtanschluss“, es gäbe nicht die Hektik aus der Großstadt Hamburg, aber auch nicht nur die Gemütlichkeit vom Land. Wir seien also ein schönes Mittelmaß.
Obwohl es schon sehr viele AGs am Athe gibt, findet Frau Puls, dass man das AG-Angebot weiter ausbauen kann, als Bespiel nennt sie ein Sport-Förder-Angebot. Es werden zwar gute Sportler gefordert, doch leider bleiben dann die schwächeren Schüler auf der Strecke. Sie schlägt vor, in solch einer AG einfach ein Spieleangebot zu bieten.
Zum Schluss erzählt Frau Puls eine peinliche Geschichte aus der Zeit der Overhead-projektoren. Da diese noch mit langen Kabeln an die Steckdose angeschlossen wer-den mussten, liefen diese auch durch den kompletten Raum. Und es kam, wie es kommen musste: Frau Puls will durch den Raum gehen und stolpert über das Kabel. Und schon lag sie auf dem Boden eines unserer Klassenräume.

Interview: Tabea Lohmann

30. Lauritz Bertram

Engagierter Sanitäter mit Liebe zur Musik

Die Jugend-Reporter treffen sich mit Lauritz Bertram, um ihn in der Reihe „Das rote AtheBand“ zu interviewen. Direkt als wir die erste Frage gestellt haben, sprudelt es nur so aus Lauritz heraus: Er ist jetzt in der siebten Klasse und kann sich an seinen ersten Tag am Atheaneum nicht mehr genau erinnern, nur noch daran, dass er damals denselben Klassenlehrer bekommen hat, wie sein Bruder vorher. Außerdem dachte er am ersten Tag vor etwa drei Jahren, er könne sich in der großen Schule nie zurechtfinden, doch nach kurzer Zeit kam er gut klar. Das liegt vielleicht auch daran, dass er schon oft wegen seines Bruders, der Tuba und Klavier spielt, am Athe zu Besuch war und bei Aufführungen zugesehen hatte.
Lauritz ist in der Musikklasse und spielt dort Posaune. Daher kennt er natürlich auch Frau Schraplau, die an ihn das rote AtheBand weiter gegeben hat. Außerdem spielt Lauritz in seiner Freizeit auch noch ein weiteres Instrument: Cello. Zum Cello ist er durch seine Patentante gekommen, erzählt er. Er hatte zu der Zeit viele verschiedene Instrumente ausprobiert und dann ist er am Cello „hängen geblieben“.
Als es soweit war, dass er von der Grundschule ans Athenaeum wechseln sollte, wollte Lauritz natürlich in die Musikklasse, da er sehr gerne Musik macht und in dieser Klasse auch mal neue Leute kennen lernen wollte. Mit seinen Klassenkameraden versteht er sich gut, berichtet er uns im Interview. Der Schüler verbringt auch seine Pausen immer mit ihnen, um sich mit ihnen zu unterhalten.
Aber sie war nicht immer so fleißig und ruhig, wie man heute denken mag. In ihrem Grundschulzeugnis stand ein Vermerk, sie müsse noch lernen, nicht unaufgefordert in den Unterricht zu reden.

Selbst bezeichnet sie sich als ein sehr temperamentvolles Mädchen, das viel mit den Jungs in ihrer Straße gespielt hat, wobei sie auch an der ein oder anderen Rauferei beteiligt war.
Erst auf dem Gymnasium wurde sie ruhiger und ordentlicher, obwohl sie sagt, dass sie zwar gut, aber nicht übermäßig gut oder eine Streberin gewesen sei. Nach ihrem Studium und ihrem Referendariat, welches über halb Deutschland verteilt war – von Thüringen nach Leipzig und Lüneburg – kam sie schließlich nach Stade an das Athenaeum und lebt nun in Hamburg. Ihr gefallen der Norden, Hamburg und die Nordsee. Sie fand Thüringen zum Aufwachsen zwar schön, empfindet Niedersachsen aber dennoch als das attraktivere Bundesland. Auch ihre Eltern nutzen gerne den Vorwand, sie hier oben zu besuchen.
Wenn sie nicht gerade Unterricht vorbereitet oder der einzig schlechten Tätigkeit ihres Berufes nachgeht – Lateinarbeiten korrigieren -, trifft sie sich gerne mit Freunden, macht Sport (obwohl sie zugibt, dass sie das in letzter Zeit etwas vernachlässigen musste) wie Uni-Hockey und Halbmarathon oder hört Musik.
Aus diesem Anlass lässt die letzte Teilnehmerin des „Roten AtheBandes“, Lea Grissmer, uns auch fragen, wie ihr letztes Scooterkonzert gewesen sei, auf dem sie mit einigen Lehrerkollegen war.
Begeistert antwortet sie, es sei großartig gewesen und sie hätten alle viel getanzt.
Neben Scooter hört sie gerne Künstler der Genres Electro, Rock, Alternative und Indie aus Deutschland.

Interview: Melina Umland und Adriana Dinter

29. Sonja Schraplau

Hochmotivierte Hornistin mit Traum vom eigenen Hund

Sonja Schraplau sitzt am Esstisch im gemütlichen Wohnzimmer, trinkt Kaffee und lächelt. Dieses Lächeln kenne ich schon aus den Gängen des Athenaeums – viele Schüler sicher auch. Frau Schraplau scheint überwiegend freundlich zu sein und gute Laune zu haben. Da muss ich gleich mal fragen, ob sie denn auch böse sein kann. Jaaa, doch, meint sie lächelnd, aber nur zeitlich sehr begrenzt. Sie könne sich sehr wohl ordentlich aufregen, lasse sich dann aber auch schnell wieder in positivere Stimmung bringen.
Die Musik- und Deutschkollegin war lange Jahre die Musiklehrerin von Anna Born aus Jahrgang 12, die ihr auch das rote AtheBand übergeben hat. Anna wollte wissen, welche anderen Seiten Frau Schraplau denn noch im Privaten habe, da man Lehrer ja immer nur vor der Klasse kennen lerne.
Die Verbindung zwischen Beruf und Freizeit ist bei den Schraplaus eindeutig die Musik. Frau Schraplau spielt Horn, ihr Mann ebenso, beide sind Mitglieder des Stader Kammerorchesters. Wenn es dann einmal schwierig wird, eine Kinderbetreuung zu finden, können sie sich beide gut ersetzen oder für einander einspringen. Aber ein bisschen andere Freizeit muss auch noch sein, sagt sie. „Zum Beispiel ein schönes Buch im Garten lesen – das genieße ich dann im Strandkorb. Diese Aus-Zeit nehme ich mir.“
Zurück zur Musik: Warum Horn? – ein nicht alltägliches Instrument. Sonja Schraplau erklärt, dass sie schon mit 3 Jahren Horn spielen wollte, denn ihr früherer Nachbar und Ziehvater war Hornist und Berufsmusiker. Sie erinnert sich, dass sie dort auf dem Sofa saß und dem Instrument beim Ausprobieren schon als kleines Mädchen Töne entlocken konnte, obwohl das Horn noch viel zu schwer war, um es richtig halten zu können.

 
Zu Anfang war aber noch die Zahnspange im Wege, also war Klavier das erste Instrument („Bin kein Held am Klavier!“), bis es dann später mit 15 das Horn sein durfte. Natürlich waren die ersten Bühnenerfahrungen dann die Auftritte im örtlichen Blasorchester.
Am Athe unterrichtet Frau Schraplau beide Fächer Deutsch und Musik gleich gern. Im Deutschbereich engagiert sie sich besonders für Jugend Debattiert und konnte schon Schüler unserer Schule zum Landes- und sogar Bundeswettbewerb begleiten. Sie findet aber trotzdem, dass sie ihre Schüler aus den Bläserklassen durch die Übungsstunden und Auftritte noch genauer kennen lernen kann, als es im Deutschunterricht möglich ist. Mit der 7m steht zum Beispiel bald das Konzert aller Musikklassen im Stadeum am 12. Mai 2016 an. Das Arbeiten mit der Bläserklasse sei für sie die totale Motivation, meint sie. So ein Unterricht sei aber auch oft körperlich doppelt so anstrengend, besonders für die Stimme.

Körperlich anstrengend sind teilweise auch Sonja Schraplaus Hobbies: Sie buddelt gerne im Garten herum und versucht Sportarten auszuprobieren, die etwas mit Tanz zu tun haben. Stumpfes Joggen sei ihr zu langweilig. Insgesamt könne leichter Druck von außen auch nicht schaden, denn sonst neige sie manchmal auch zur „sportlichen Bequemlichkeit“. Sie ist ja als Mutter zweier Kinder auch noch auf andere Ebene gefordert. Ein Kurzurlaub auf einer Nordseeinsel gemeinsam mit der Familie ist dann für alle „Entschleunigung“ und Erholung pur.
Was steht denn so auf der Wunschliste für später einmal? Eine größere Reise nach Südamerika oder Afrika vielleicht, um die dortige Tierwelt zu entdecken – und, wenn mehr Zeit ist und die Kinder etwas größer sind, sehr gerne auch ein Hund.

Interview: Barbara Post

28. Anna Born

Freundliche Kiosk-Expertin mit Engagement in Sport, Musik und Kirche

Anna Born aus Jahrgang 11 wurde von Andreas Klemens vorgeschlagen, da sie durch den Kiosk viel Kontakt zu den Hausmeistern hat. Außerdem möchte er von Anna wissen, wie lange sie jetzt schon im Kiosk aktiv ist und warum sie sich dort im Kiosk engagiert.
Sie ist seit der 10 Klasse beim Kiosk aktiv, da ihre Vorgänger in ihrer Klasse Werbung gemacht haben, erzählt sie uns im Interview. Anna macht mit ihrer Freundin beim Kiosk mit, weil sie es cool findet etwas für die Gemeinschaft am Athe zu tun und die Pause auch mal anders zu gestalten. Der Anfang war recht schwer, aber es wurde immer einfacher und bis heute gab es kaum Beschwerden.
Die AG „ Athe Kiosk“ funktioniert wie eine kleine Firma mit allem, was dazu gehört. Anna ist im Aufsichtsrat der Schülergenossenschaft. Dort ist sie zuständig für die Kontrolle der Kassenprüfung. Dies ist zwar ziemlich entspannt, sagt sie, allerdings muss sie jeden Freitag zur Inventur und danach gibt es eine Rücksprache mit den anderen Kioskbetreibern. Manchmal kommt es vor, dass Trinkgeld oder Ähnliches gegeben wurde, dann stimmt die Kasse nicht auf den Cent genau. Auch kann es sein, dass mal jemand falsch heraus gegeben hat oder man sich in der Inventur verzählt hat. Wenn sie die Kasse durchstöbert, kann sie erkennen, wo es nicht läuft. Dieses Problem wird dann versucht zu beheben.
Wir fragen Anna nach dem Beginn ihrer Schulzeit hier am Athe: Sie lächelt und beichtet: „Am ersten Schultag kam ich eine halbe Stunde zu spät, wurde aber im Lauf des Tages super in der Klasse aufgenommen.

Ansonsten kann ich mich nicht wirklich mehr an den ersten Tag erinnern.“
Anna weiß noch nicht in welche Richtung ihr Berufswunsch gehen soll. Allerdings hat sie schon mal ein Praktikum in einer Physiotherapie-Praxis gemacht. Dies kann sie sich aber nicht als Beruf vorstellen. Sie möchte aber auch auf gar keinen Fall nur im Büro sitzen, da dies für sie sehr langweilig ist. Ein bisschen Zeit für neue Ideen hat sie ja jetzt noch, denn das Abitur ist erst im nächsten Jahr für sie dran.
Anna war seit Beginn am Athenaeum in einer Musikklasse. In ihrer Freizeit spielt sie ebenfalls Klarinette, hat allerdings mit Blockflöte angefangen und dann gewechselt. Sie ist Mitglied im Blasorchester Himmelpforten, was ihr sehr viel Spaß macht.
Genauso engagiert ist sie im kirchlichen Bereich: Sie ist für den Vorstand der evangelischen Kirche aktiv und weil man sich ja auch noch sportlich betätigen sollte, so Anna, spielt sie außerdem erfolgreich Handball beim VFL Stade. Um dieses umfangreiche Freizeit-programm zu schaffen, braucht man eine Freundin, die einen mitreißt. Die war es auch, die sie zum Handball und zur Kirche gebracht hat.
Gut am Athe? Die vielen AG-Möglichkeiten, meint Anna. Und verbesserungswürdig? Dass es keinen Entspannungsraum für größere Schüler gibt, wo man in der Pause mal sitzen und gemütlich klönen könnte.

Interview: Fabian Heuer und Tjerk Ramsthal

27. Andreas Klemens

Sportbegeisterter Handwerker mit Vorliebe für Rockmusik

Viel Zeit hat Andreas Klemens nicht, als er sich an diesem Morgen kurz vor Weihnachten mit uns zum Interview trifft. Der Hausmeister des Athenaeums muss nämlich schon bald wieder los, um die Schüler zu beaufsichtigen, die bei der Schulbibliothek die Wände beschmiert haben und nun beauftragt wurden, diese auch wieder zu reinigen. Auch dies gehört zu den vielfältigen Aufgaben, die täglich so anfallen. Kein Tag ist wie der andere – und genau das ist es, was Herr Klemens an seinem Beruf so schätzt. Fest steht nur, dass die Schule um 6:30 Uhr auf- und Abends auch wieder abgeschlossen werden muss. Was zwischendurch zu tun ist, ist jeden Tag anders: Müll wegbringen, im Sommer Gartenarbeiten, Fenster und Türen reparieren, Heizungsanlagen überwachen oder die Schließtechnik überprüfen – am Athenaeum fallen jeden Tag die verschiedensten Arbeiten an. Mit seinem Kollegen Herrn Dennis Rix, der zwei Monate später als Hausmeister zum Athenaeum kam, stimmt er sämtliche Arbeiten im Schichtdienst ab. Zusätzlich dazu übernahm er zusammen mit zwei Kollegen den Bereitschaftsdienst für die neu eingerichtete Flüchtlingsunterkunft in der Sporthalle der Friedrich-Fröbel-Schule. Wenn dort etwas anfällt, ist einer der drei schnell zur Stelle.

Herr Klemens ist immer dort zu sehen, wo Arbeit ansteht und Arbeiten erledigt werden. Die meisten Arbeiten finden aber eher im Hintergrund statt. Trotzdem hat er nicht das Gefühl, dass seine Arbeit im Schulalltag unter den Tisch fällt. Die meisten Lehrer und Schüler freuen sich darüber, dass er da ist und zeigen dies durch Lob und andere nette Gesten. Das sei nicht an allen Schulen so. Als wolle er dies bestätigen, kommt in diesem Moment Herr Burfeind in das Büro, um sich bei Herrn Klemens für die Hilfe zu bedanken.

Mit dem Athenaeum kam Herr Klemens schon früh in Kontakt. Nach einer Ausbildung zum Schlosser ließ er sich zum Metallbautechniker umschulen und übernahm für seinen Arbeitgeber im Landkreis Stade den Kundendienst für die Schulen, weswegen er das Athenaeum durchschnittlich ein bis zwei mal in der Woche zu Gesicht bekam. An unserer Schule war er beispielsweise für den Einbau der Brandschutztüren zuständig.

Schon damals faszinierte ihn vor allem der Altbau, der Altes mit Neuem kombiniert. Wie kaum ein anderer kennt er technischen Unterschiede zwischen Alt- und Neubau – angefangen bei den Türen über das Heizungssystem bis hin zu Sternwarte, die seiner Meinung nach einer der interessantesten Orte an der Schule sei. Zwar war er schon oft oben, wirklich durchgesehen durch das Teleskop habe er aber noch nicht. Er sei aber schon in Kontakt mit Herrn Carmesin getreten, um dies möglichst schnell nachzuholen.

Natürlich kommt Andreas Klemens in seinem Beruf nicht nur mit Technik, sondern auch mit Lehrern und Schülern in Kontakt. Am Athenaeum gefällt ihm vor allem der nette Umgang der Schüler, Lehrer und Mitarbeiter untereinander. Es stört ihn lediglich, wenn der Müll der Schüler nicht in den Mülltonnen lande oder wenn die Schüler Essen einfach wegschmeißen würden. Angesichts des Hungers in der Welt fällt ihm für dieses Verhalten nur ein Wort ein: „Wahnsinn“. Ansonsten seien aber alle am Athe „sehr nett“. Er freue sich darüber, von Deike für das AtheBand nominiert worden zu sein. Das sei auch eine Anerkennung für seine tägliche Arbeit an der Schule.

In seiner Freizeit widmet sich Herr Klemens vor allem seinen beiden Hobbys Sport und Musik. Wenn er nicht mit seinem Fahrrad unterwegs ist, besucht der Rockmusik-Fan Festivals und Konzerte oder spielt selber seine E-Gitarre – nach einem abwechslungsreichen Arbeitstag eine nette Erholung.

Interview: Julius Kamper

26. Deike Buck

Engagierte Politikerin mit dem Traum der eigenen Bäckerei

Herr Schneider hat Deike Buck vorgeschlagen, da sie neben der Schule politisch sehr aktiv ist und es ihn interessierte, wie sie das alles schafft. Doch eigentlich ist ihre größere Leidenschaft das Backen. Viele kennen Deike als die, die backt, da schon so ziemlich jeder Kurs in den Genuss ihrer Kekse, Kuchen und Torten gekommen ist.

Sie steht immer früh genug auf, damit sie sich noch ihr Frühstücksbrot backen kann, ihr Morgen ist trotzdem sehr entspannt, da sie nahe der Schule wohnt. Nach der Schule kocht sie für sich und kann sich nur sehr selten aufrappeln, direkt nach dem Essen ihre Hausaufgaben zu machen, deshalb schiebt sie das oft bis abends auf und widmet sich erst einmal ihrem ”zweiten Fulltimejob” der Politik. Jede freie Minute nimmt dieses Hobby ein, weshalb sie sehr stressresistent sein muss, denn sie ist Kreisvorsitzende der Jungliberalen der FDP, außerdem ist sie für die Pressearbeit und die Website zuständig.

An Wochenenden ist sie daher auch oft in Niedersachsen unterwegs, doch wenn sie nicht gerade früh aufstehen muss um an Tagungen teilzunehmen, schläft sie am liebsten aus und unternimmt dann gerne etwas mit ihrer Familie oder ihren Freunden. Abends liest sie dann mit Vorliebe Sachbücher – da sie Geschichts- und Politikfanatikerin ist, handeln diese meist (Wer hätte es gedacht?) von Geschichte oder Politik.
Am Athe gefällt ihr besonders, dass es hier so ‘‘familiär‘‘ ist. Man wird auf den Gängen von Lehrern gegrüßt, selbst wenn man sie nicht mehr im Unterricht hat, so ist also die Stimmung gut und nicht so kühl, wie es sonst von großen Schulen bekannt ist.

Große Schule ist ein gutes Stichwort. Deike kann sich an ihren ersten Tag zwar nicht mehr genau erinnern, weiß aber noch, dass sie einen kleinen Schock erlitten hat, wie groß die Schule ist, da sie aus einem 600-Seelen-Dorf kommt. „Dort gibt es nur eine kleine Grundschule, wo sich jeder kennt“, sagt sie. Am meisten habe sie sich aber auf die neuen Fächer wie Erdkunde und Biologie gefreut. Sie ist in den verschiedensten AGs: Jugend forscht, Astronomie und beim Schulsanitätsdienst. Als „Jugend forscht“ noch vom Vierer-Gespann geleitet wurde, gab es mal eine Weihnachtsfeier, für die Deike jedem der vier Lehrer ihre Wunschtorte gebacken hat. Alle haben sich sehr darüber gefreut.

Doch es gibt eine Sache, die ihr hier nicht so gut gefällt. Und zwar, dass am Athenaeum leider kaum Praktisches unterrichtet wird. „Wir lernen zwar, wie man Integralen berechnet, aber nicht wie man Nudeln kocht oder Steuererklärungen schreibt.“ So merkt man also, dass unser Schulsystem nicht in allen Lebensbereichen bildet. Aber gerade das könnte ihr so sehr helfen ihren Traum zu verwirklichen, den Traum des eigenen Cafés.

Deike möchte nach dem Abi eine Bäckerlehre machen, oder eventuell auch eine Kochlehre, um dann einen Gasthof mit integriertem Café zu eröffnen. Nebenbei will sie auch noch in der Kommunalpolitik tätig bleiben, weil sie das Hobby nicht aufgeben mag. Man merkt, dass sie jetzt schon einen richtigen Plan vom Leben hat.

Für alle, die schulmüde sind, hat Deike einen Rat: Abi ist ein Türöffner, das heißt, mit Abitur hat man mehr Möglichkeiten, sowohl zu studieren, aber auch eine Lehre zu machen.

Interview: Tabea Lohmann

25. Dr. Helmut Schneider

Schülernaher Mopedfahrer

Mit Chemie und Mathe unterrichtet Dr. Helmut Schneider nicht unbedingt die beiden beliebtesten Fächer. Doch trotzdem gibt es viele Schüler, die genau diese Fächer bei ihm mögen. Wie schon Lara im ihrem Interview anmerkte, ist er sehr Schüler-verbunden, eine Aussage, auf die wir ihn natürliche gleich ansprechen. Die Antwort ist genau so simpel wie genial. Er versucht einfach nur, er selbst zu sein. Außerdem sollten möglichst viele Schüler möglichst viel mitbekommen. Herrn Schneiders persönlicher Bezug zu den Schülern wird auch dadurch gestärkt, dass er nichts von ihnen erwartet, was er nicht auch selber macht.

Als Vorbild für seine Lehrweise nimmt Herr Schneider sich einen Lehrer, der seine eigene Schulzeit geprägt hat: seinen Englisch- und Französischlehrer. Auch wenn diese Fächer nie seine Stärken gewesen seien, bewunderte er diesen Lehrer für seine Fairness und Authentizität.
Nach seinem Abitur in Bayern trat Herr Schneider seinen Wehrdienst an, wechselte allerdings schnell in den Zivildienst in einer Hautklinik. Dort stellte er fest, dass die Teilausbildung zum Krankenpfleger, die er in diesem Jahr absolvierte, ihm sehr gut gefiel und Medizin ein Studium wäre, das ihm liegen könnte. Um dies zu verwirklichen nahm er am Medizinertest teil, verfehlte aber die Aufnahme – um einen Punkt.
Stattdessen bewarb er sich (mehr aus Scherz) als Hebamme, wurde aber in dem damals noch sehr konservativen Berufsfeld abgelehnt.

Danach landete Herr Schneider in Bayreuth, um dort zwei Jahre lang Mathe und Chemie auf Diplom zu studieren. Weitere zwei Jahre am Max-Plank-Institut in Berlin und vier Jahre und einen Monat in Zürich kamen dazu, um seine Doktorarbeit über Abgaskatalisatoren zu schreiben, dann hatte er „theoretisch“ fertig studiert. Nun musste er aber feststellen, dass es für den von ihm angestrebten Job in der Industrie kaum noch freie Stellen gab. Also hängte Dr. Schneider spontan ein Lehramtsstudium an, bei dem er neben Chemie und Mathe auch noch Theologie in Berlin studierte und dann mit stolzen 35 Jahren ein ausgebildeter Lehrer war. Während seines gesamten Studiums arbeitete er in den Semesterferien in einem Krankenhaus, um sich seinen Unterhalt zu verdienen und zugleich die Medizin nicht ganz aus seinem Leben verschwinden zu lassen.

Auch danach war seine Laufbahn alles jedoch andere als geradlinig.
Seine Karriere als Lehrer begann er in einem Internat in Thüringen als „Familienvater“, wo er eine Wohngruppe als Ansprechpartner 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche betreute.

Da ihm jedoch bewusst war, wie wunderschön unser Norddeutschland ist, gab er dem natürlichen Drang zum Segeln nach und bewarb sich um eine Stelle and er Elbe, um dann schließlich an die Gesamtschule in Drochtersen zu wechseln. Hier allerdings musste er feststellen, dass in den bayerischen Bergen zwar alle Ski fahren können, an der norddeutschen Küste deswegen aber nicht alle Segeln oder Surfen können. Auch seine Frau nicht, die er vor 13 Jahren auf Krautsand kennen lernte.
Trotz seiner unregelmäßigen Laufbahn hat Helmut Schneider es am Ende doch geschafft, zu uns ans Athe zu kommen – etwas Besseres gibt es schließlich nicht…
Hier unterrichtet der schülernahe Kollege gerne sowohl die mit Unfallgefahr behaftete Mittelstufe als auch die stofflich anspruchsvolle Oberstufe und ist dabei der Lehrer, der durch Arbeiten in der Chemie „am öftesten“ den Feueralarm ausgelöst hat. Außerdem hat er für einen kompletten Tag einmal das Forum lahm gelegt, da er dort den lieblichen Geruch von Buttersäure in die Freiheit entließ.
Abgesehen von dem Nervenkitzel bei chemischen Experimenten, so erzählt er mit einem Lachen, mag er in seinem Fach auch den theoretischen Stoff, da er eine Faszination für die abstrakten Zusammenhänge entwickelt hat („Wir bestehen aus nichts.“).

Auch sein Nebenfach Religion habe er nach dem anfänglichen Zwang, dieses zu unterrichten, ins Herz geschlossen, da er einmal in Berlin einen Professor kennen lernte, der seinen Glauben und seine Faszination für dieses Fach entscheidend geprägt habe. Trotz dieser Erfahrung möchte er selbst nicht in die Fußstapfen dieses Professors treten und niemanden missionieren, sondern lediglich den Schülern das Wissen um die Religion nahe bringen.
Da er am Gymnasium, anders als früher im Hauptschulzweig an einer Gesamtschule, die Schüler weniger betreuen muss, hat er nun mehr Freizeit und kann sich seinem zehnjährig dauernden Versuch widmen, Gitarre spielen zu lernen („Der Anschlag klappt schon!“). Es bleibt auch Zeit, sich um seinen übermäßig niedlichen Hund Simon zu kümmern und seit Neuestem fährt Helmut Schneider mit seinem schnittigen Moped durch die Gegend.

Wie würden wir Herrn Schneider also nach all dem beschreiben?
Auch wenn seine Wege mit Sicherheit kurvig und schwierig waren und sind, setzt Herr Schneider sich durch. Er ist tierlieb. Er ist semimusikalisch. Er kann sich von den unterschiedlichsten Dingen faszinieren lassen: Er ist ein schülernaher Mopedfahrer.

Interview: Melina Umland und Adriana Dinter

24. Lara Maria Puchta

Musikalische Hobby-Imkerin

Wahrscheinlich gibt es wenige Tiere, die so positiv konnotiert sind, wie die Bienen. Sie sind fleißig, sie sind organisiert, sie sind ordentlich. Alles Eigenschaften, die wahrscheinlich jeder gerne hätte. Auch für Lara haben die kleinen Tiere einen ganz besonderen Flair, mit dem sie bei einem Besuch in der Honigfabrik ihres Onkels zum ersten mal in Kontakt kam. Sie war sofort fasziniert von den fleißigen Tieren und beschloss, sich in ihrer Freizeit dem Imkern zu widmen. „Ich hatte da eine Phase, in der ich genau das Gegenteil von dem machen wollte, was sonst alle machen“, erzählt die Zehntklässlerin. Und da sich sonst keiner für dieses Hobby interessierte, fing Lara halt damit an.

Regelmäßig schaut die 15-Jährige bei ihren Bienenvölkern vorbei. Die kommen zwar auch prima ohne Imker zurecht, aber trotzdem muss regelmäßig überprüft werden, ob es den Bienen gut geht oder ob diese von Viren, Milben oder anderen Schädlingen befallen sind. Einmal im Jahr kann der Honig dann geerntet werden. Bis dieser fertig in den Gläsern landet, sind einige Arbeitsschritte notwendig. Die Waben, in denen die Bienen die süße Flüssigkeit sammeln, müssen vorsichtig aus dem Bienenstock herausgenommen werden. Durch eine Zentrifuge wird der Honig dann aus den Waben herausgeschleudert, bevor er von Wachsteilchen befreit und in Gläser abgefüllt werden kann. Das Ganze könne schon mal bis zu drei Stunden dauern, erzählt Lara.

Mit ihrem Hobby verdient die 15-Jährige sogar schon etwas Geld. Zum einen natürlich mit dem Honig und dem Wachs, zum anderen aber auch mit den Bienen selber. Denn die sind im Moment teuer, was auch am Phänomen des Bienensterbens liegt. Viele Völker überleben den Winter nicht. Laut dem deutschen Imkerbund ging die Zahl der Bienen allein im vergangenen Winter um 1/5 zurück. Auch bei Lara starben in der kalten Jahreszeit zwei ganze Bienenvölker – oder, anders ausgedrückt: 80.000 Tiere. Der Hauptgrund dafür: Eine kleine Milbe sorgt dafür, dass die Bienen nicht wachsen. Sie bleiben zu klein, um die Kälte zu überleben und erfrieren schließlich. Trotzdem sieht Lara das Bienensterben zumindest bei ihr nicht als allzu großes Problem.

Neben dem Imkern ist die Musik ein weiteres großes Hobby von Lara. Schon seit fünf Jahren spielt sie (bis zur 9. Klasse in der Musikklasse) Chello und seit einiger Zeit auch in einem Orchester in Buxtehude. Das Spielen von klassischer Musik macht ihr Spaß, obwohl sie privat eher andere Musikrichtungen hört. Ein bis zwei große Auftritte bringt Lara im Jahr ungefähr über die Bühne. Es sind viele schöne dabei, zum Beispiel der Auftritt auf der Hochzeit ihrer Tante zusammen mit ihrer Schwester, aber auch einige, auf die sie lieber verzichtet hätte. Das erste Vorspiel beim Orchester in Buxtehude ist so einer: „Ich habe gedacht, ich sterbe vor Aufregung.“

Ihre ersten Tage an der neuen Schule hat Lara noch sehr genau in Erinnerung. Am Anfang sei sie vom Athenaeum ziemlich erschlagen gewesen, erzählt die Schülerin. Das große Gebäude, die vielen anderen Mitschüler, die neuen Lehrer – das alles war am Anfang erst einmal ziemlich beängstigend. „Ich habe mich außerdem bestimmt hunderte Male verlaufen“, sagt sie und lacht. Inzwischen hat Lara sich schon lange an der Schule eingelebt. Das in ihren Augen gute Miteinander unter den Schülern gefällt ihr am Athe zum Beispiel besonders gut. Verbessern könnte man ihrer Meinung nach vor allem einige alte Räume. Vor allem in den Pavillons sei der Unterricht nicht so angenehm wie zum Beispiel in den neuen Räumen. Aber insgesamt hat es Lara das alte Gebäude mit seinen vielen versteckten Ecken angetan: „Das hat was.“

Neben Sprachen wie Deutsch und Englisch zählt Lara auch die Naturwissenschaften Mathe und Physik zu ihren Lieblingsfächern. „Ich mag eigentlich ziemlich viele Fächer“, erklärt die 15-Jährige, die ursprünglich mal Ärztin werden wollte. Doch das lange Studium und die ungünstigen Arbeitszeiten in dem Beruf brachten sie inzwischen wieder etwas von ihrem Plan ab. Aber der Zehntklässlerin bleibt ja noch etwas Zeit, in Ruhe über ihren Berufswunsch nachzudenken.

Interview: Julius Kamper

23. Dr. Silvia Schmidt

Organisierte Chemie-Expertin mit Tendenz zu Lachanfällen

Silvia Schmidt ist gut vorbereitet. Man merkt gleich, dass sie wohl ungern etwas dem Zufall überlässt.
Als wir uns zum Interview trafen, hatte Frau Schmidt direkt etwas in der Hand: Ein buntes Steckspiel für Moleküle. Sie sagt, dass sie sich schon gedacht habe, dass sie etwas für die Fotos brauche. Sie sei sehr gespannt auf das Interview, weil sie es als Ehre empfinde das rote AtheBand weiter gereicht zu bekommen.

Als ich die erste Frage gestellt habe, sprudelt es praktisch aus ihr heraus. Sie erzählt, dass sie ihren ersten Tag nicht als Schultag erlebt hatte, sondern einen Kollegiumsausflug mit dem Schiff „Greundiek“‘ auf der Schwinge miterlebt hat. Sie hat unsere Lehrerinnen und Lehrer dort schon als sehr aufgeschlossen kennen gelernt. Aber dann an ihrem ersten Schultag unterrichtete sie zuerst einen Oberstufenkurs, welcher 2005 Abi gemacht hat und den sie heute noch wieder erkennen würde und danach gleich eine siebte Klasse. Sie erzählt, dass sie damals bei den jüngeren Schülern viel nervöser war als bei den älteren und dass es heute immer noch so sei. „Je jünger die Schüler sind, desto nervöser bin ich“, sagt sie. Sie erzählt davon, dass sie vor ein paar Wochen Grundschüler zu Besuch hatte und mit ihnen Experimente mit Feuer gemacht hat, also nichts Besonderes, aber sie war trotzdem sehr nervös.

Frederica Schmidt, die ihr das AtheBand weiter gereicht hat, wollte gerne etwas Privates über ihrer Lehrerin Frau Schmidt erfahren. Ich frage natürlich danach. Zuhause, hier in Stade, früher in Hamburg, ist Silvia Schmidt gerne im Garten und auf oder im Wasser, dabei findet sie einen Ausgleich zur Schreibtischarbeit. Sie hört gerne Musik und liest gerne. Sie erzählt, dass sie zu den Menschen zählt, die sehr schlecht einschlafen können und deshalb abends auch mal eineinhalb Stunden liest. Außerdem erzählt sie lachend, dass sie wohl zu wenig Sport treibt, dass das aber wahrscheinlich jeder von sich behauptet.
Aber vor allem ihre Familie nimmt viel Zeit in ihrer Freizeit ein. Sie hat einen Sohn, welcher jetzt in der ersten Klasse ist und eine vierjährige Tochter. Sie findet es sehr interessant mal als Mutter und nicht als Lehrerin zu einem Elternabend zugehen, da es aus der anderen Sicht für sie sehr spannend ist, erzählt sie. Außerdem sind die Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen vielen Aspekten ausgesetzt, das bewundere sie sehr. Seitdem sie Kinder hat, hat sie zwar nicht mehr ganz so viel Zeit für die Schule, aber der weitere Blick tut ihr sehr gut, sagt sie von sich selbst.

Hier in der Schule ist Frau Dr. Schmidt in der freiwilligen ILE Gruppe (Dokumentation der individuellen Lernentwicklung). Diese Arbeitsgruppe soll Lernentwicklungsbögen besser und anschaulicher machen, sodass alle etwas davon haben, Lehrer sowie Schüler und Eltern. Was ihr besonders wichtig ist, erklärt sie: dass alle zusammen daran arbeiten, dass die Kommunikation in der Schule verbessert wird.

Besonders gefällt ihr an unserer Schule, dass es ein großes Angebot und eine große Vielfalt gibt. Außerdem kann sie als Lehrerin die Schule mitgestalten. Sie sagt, dass es wohl nicht überall so ist.
Vor allem in der Chemiesammlung, wo sie Leiterin ist, gibt es viel zu tun. Sie erzählt, dass es immer irgendwelche unordentlichen ‘Nester’ gibt und immer jemand aufräumen muss. ”Vielleicht könnte man mich mal übers Wochenende vergessen und dann einschließen, damit ich mal alles schaffe, was ich möchte. Aber dabei hätte ich dann auch schnell wieder Sehnsucht nach zu Hause” sagt sie lachend.

Eine besonders lustige Geschichte ereignete sich als Frau Buck noch Referendarin war: Da stand Frau Buck auf einem Stuhl, um eine Säule zu befüllen und sie beide mussten schon lachen, dann kippte auch noch die Säule um und dann gab es kein Halten mehr. Frau Schmidt erzählt, dass sie manchmal nicht mehr aufhören kann, wenn sie erst mal angefangen hat zu lachen. Sie berichtet von einer weiteren ‘Lachanfall-Geschichte’, welche im ASS bei dem Seminar ‘Chemie in der Kriminalistik’ geschah, dort haben sie am Ende eine Folge der Serie ‘Der Tatortreiniger’ geschaut und es war für sie so witzig, dass sie so sehr lachen musste, dass sie sogar rausgehen musste.

Am Ende des Interviews haben wir gemeinsam dann auch viel Spaß beim Herstellen von bunten Molekülketten für das Foto mit AtheBand.

Interview: Tabea Lohmann

22. Frederica Schmidt

Engagierter Fantasyfan mit Herz für Tiere

Frederica Schmidt kann sich an ihren ersten Schultag am Athenaeum noch gut erinnern, schließlich ist sie erst zu Beginn der achten Klasse, also vor jetzt etwa zwei Jahren, hierher gekommen. Nachdem sie 2012 aus Göttingen nach Stade gezogen war, besuchte sie zunächst das Vincent Lübeck Gymnasium und wechselte dann nach einem Jahr und einem erneuten Umzug innerhalb von Stade auf das Athenaeum.

Am ersten Schultag wirkte vor allem die Größe des Athenaeums auf sie etwas einschüchternd. Als sie von ihrem Klassenlehrer zum Raum gebracht wurde, stand sie zunächst alleine mit einem anderen neuen Klassenkameraden abseits der restlichen Klasse und kam sich etwas verloren vor. Mittlerweise ist Rike hier aber voll integriert. Besonders gefallen ihr am Athenaeum der Schulgarten und die vielen alten Bäume auf dem Schulhof, die ihr am VLG auf dem eher leeren Schulhof gefehlt haben. Auch die moderne Ausstattung mit Whiteboads und Kameras gefällt ihr; an ihren alten Schulen gab es so etwas nicht. Außerdem mag sie, dass das Athe “ein bisschen wie Hogwarts aussieht”, erzählt sie schwärmerisch im Gespräch.

Sie ist Fantasy Fan und liest sehr gerne; auch die Harry-Potter-Bücher hat sie verschlungen. Ihre Pausen verbringt sie daher oft in der Bibliothek, die wie der Schulgarten zu ihren Lieblingsplätzen in der Schule gehört. Den Pavillon, der in ihrem ersten Schuljahr hier ihr Klassenraum war, gefällt ihr dagegen nicht. Auch die Qualität des Essens in der Mensa hielt sie für ausbaufähig, obwohl durch den Umzug in die neuen Räume bereits eine große Verbesserung erfolgt sei.

Ebenfalls verwundern sie die neuen Mensakarten: Da ist der große Aufwand, der zunächst mit dem Fotographen betrieben wurde, um Bilder von jedem Schüler für Karten zu bekommen, die dann erst Monate später verteilt wurden und selbst jetzt, mittlerweile fast ein dreiviertel Jahr nach den Fotografenterminen, sind sie immer noch nicht funktionstüchtig.

In der Schule gefällt Frederica, von vielen einfach Rike genannt, das Fach Deutsch besonders gut, weil sie gerne über unterschiedliche Themen diskutiert. Auch Biologie findet sie interessant; Ein Grund, warum sie darüber nachdenkt, nach der Schule Medizin zu studieren und später als Ärztin zu arbeiten. Sonst hat sie noch keine wirkliche Idee, was sie nach dem Abitur machen will. Aber bis dahin ist ja auch noch ein paar Jahre Zeit.
Neben der Schule engagiert sie sich seit kurzem in der Jugendgruppe des Tierschutzvereines von Frau Elss und hat auch sonst viel mit Tieren zu tun. Sie kümmert sich manchmal um einen Hund, hat Enten und Hühner zu betreuen.
Rike ist sehr vielseitig: Sie ist musikalisch und spielt Gitarre und Cello, letzteres sogar im Orchester. Auch Paartanz und Reiten zählen zu ihren Hobbys. Nicht zu schweigen vom ihrem Mitwirken in der Musical-AG von Frau Lorenzen/Liebethal, die ihr viel Mut, Ausdauer und Engagement bescheinigt hatte.
Und trotz so vielfältiger Aktivitäten in der Freizeit würde Rike selbst sich als eher faul beschreiben. So mag sie ihren Wecker nicht und kann sich nicht immer aufraffen, Dinge, die anfallen, zu erledigen. Außerdem ist sie recht selbstkritisch, denn sie meint, dass sie nicht immer gute Laune habe, was ihre Freundin, die sie zum Interview begleitet hat, allerdings ganz anders sieht. Denn sie mag an Rike gerade, dass sie immer so gut gelaunt ist.

Rike scheint sich hier also gut eingelebt zu haben. Und wenn die Mensakarten dann bald auch funktionstüchtig sind und es vielleicht irgendwann einmal keine alten Pavillions mehr gibt, wird ihr unser „Hogwarts“ mit Sicherheit noch besser gefallen.

Interview: Maike Mayer

21. Andrea Lorenzen

Internationale Kunst-Allrounderin mit vielen Projekten

Wir treffen uns im Raum der Stundenplaner und begeben uns dann voll bepackt mit irgendwelchen Papprollen in die Kunsträume. Obwohl sie viel an der Schule leistet, wie das nachfolgende Interview zeigt, scheint Andrea Lorenzen entspannt und fröhlich.
Gleich in der Anfangsphase werden wir unterbrochen, durch den Hausmeister, der im Auftrag meiner Interviewpartnerin Leisten in einem der Kunsträume anbringen soll. Die Verschönerung der Schule und Ausstellung der Leistungen der Schüler habe sie sich „auf die Fahne geschrieben“, so der Kommentar dazu.

Aber erst einmal zu ihren Unterrichtsfächern: Frau Lorenzen unterrichtet Kunst, Darstellendes Spiel, Deutsch und Werte und Normen an unserer Schule. Über die Frage danach, wie sie zu dieser Kombination gekommen ist, erzählt sie eine Kurzform ihrer Lebensgeschichte, die sich in fast allen Teilen der Welt und mit Kontakt zu ganz unterschiedlichen Menschen abgespielt hat.
Ursprünglich wollte Andrea Lorenzen freie Kunst studieren und begab sich zum Sammeln von Erfahrungen für ein Jahr in die Länder des südlichen Afrikas. Dort absolvierte sie verschiedene Praktika in Kunsthandwerken wie Weberei, Töpferei und Bildhauerei. So ganz das Richtige schien das nicht gewesen zu sein, denn als sie wieder in Deutschland war, studierte sie erst einmal Kunstgeschichte, während sie die Mappe mit praktischen Arbeiten für die Kunsthochschule fertig stellte. Damals gab es das Unterrichtsfach Darstellendes Spiel noch nicht, daher entschied sich Frau Lorenzen, Deutsch zu studieren, wobei für sie besonders interessant war, sich mit Theater zu beschäftigen. Denn das gehörte schon immer zu ihren Leidenschaften. So arbeitete sie auch während des Studiums am Jungen Theater Göttingen in der Verwaltung, aber auch am Bühnenbild.

Nach ihrem Studium begann ihre Zeit im Ausland, wo sie in verschiedenen Ländern und Städten der Welt an internationalen Schulen unterrichtete. Dabei war es Pflicht, als Lehrer/in die Weltreligionen zu unterrichten, was ungefähr dem Fach Werte und Normen in Deutschland entspricht. Außerdem gab es an einigen internationalen Schulen das Fach Darstellendes Spiel. Seit dem Jahr 2000 engagierte sich Frau Lorenzen im Ausland in Form einer Musical-AG. Zurück in Deutschland ließ sie sich die Befähigung, Darstellendes Spiel zu unterrichten, nach einer Phase von Blockseminaren anerkennen.

Vor vier Jahren bewarb sich Andrea Lorenzen dann kurzfristig am Athenaeum und hatte Glück, dass Herr Krusemark da war, um das Vorstellungsgespräch zu führen. Das Athenaeum gefalle ihr gut und sie habe vor, erst einmal zu bleiben, berichtet sie. Man habe hier sehr viel Selbstständigkeit und arbeite mit seinen Kollegen zusammen. Eigene Projekte seien gewollt und die Hierarchie nicht so stark spürbar wie an vielen Schulen im Ausland, an denen sie unterrichtet habe. Es gebe viele engagierte Lehrer an unserer Schule und nur wenige würden die Schule schnell wieder verlassen. Auch die Gegend gefalle ihr gut. Das Alte Land und gleichzeitig die Nähe zu Hamburg, einer Stadt, die sie vor allem für die Angebote im Bereich Theater, Film und Tanz liebe, machten für sie auch das außerschulische Leben sehr angenehm.

Der erste Tag an der Schule ist ihr in guter und vor allem lustiger Erinnerung geblieben. Lächelnd erzählt sie, sie habe Herrn Allion mit dem Hausmeister verwechselt, da dieser immer ansprechbar gewesen sei und man ihn die ganze Zeit die Treppen rauf und runter habe laufen sehen.
Man kann sagen, dass Andrea Lorenzen sich mit der Schule identifiziert. Nun wurde sie für dieses Interview aufgrund ihres Kunstunterrichtes vorgeschlagen, weshalb ich sie bitte, davon zu erzählen. Sie gibt zu, dass sie viel fordere, möchte, dass die Schüler/innen verschiedene Zeichentechniken ausprobieren und lässt deshalb auch ein berühmt-berüchtigtes Skizzenbuch führen. Besonders interessant für sie ist, dass die Schüler in ihren Arbeiten den eigenen Charakter zeigen oder in der Unterrichtszeit danach suchen. Die Stärken bei guten Schüler/innen seien von Anfang an zu sehen.

Nun hat Andrea Lorenzen Projekte an der Schule: Sie freut sich schon auf verschiedene Theateraufführungen, die sie auf die Beine stellt, und beschäftigt sich verstärkt mit der Schulraumgestaltung. Zu dem Zweck hat sie auch schon im letzten Athe-Sommer-Seminar die Schüler Graffiti für den E-Bau malen lassen. Diese können zu anderer Gelegenheit wieder übermalt werden, sodass die Gestaltung permanent im Wandel bleiben wird. Ihr Konzept ist es, ständig wechselnde Ausstellungen der Leistungen von Schüler/innen zu organisieren und so den Schulalltag und die Gebäude lebendig zu machen. Dazu möchte sie auch Gefährtinnen für die Athene-Statue im Altbau schaffen, allerdings in verschiedenen, auch moderneren Auffassungen. Außerdem beschäftigt sie sich mit einer Renovierung von Aula und Requisitenraum. Bei all diesen Projekten findet sie trotzdem Zeit, versteckte Kunst im Gebäude wie ein Bild von einem Auto, das im Forum seit Jahren an die Wand gelehnt steht, wahrzunehmen und sich weitere Projekte aufzuladen.

Interview: Luise Kranzhoff

20. Marie Moje

Landleben. Mode. Musik.

Marie Moje aus dem 11. Jahrgang scheint eine viel beschäftigte Schülerin zu sein. Die ersten Anläufe, uns für ein Interview zu treffen, gehen schief, aber dann kommt es doch zu einem Gespräch und E-Mailkontakt, worüber wir gerne berichten.

Von Herrn Wartner, der bei ihrer Ankunft am Athenaeum zuerst mit ihr als Koordinator sprach, wissen wir, dass sie sehr engagiert an unsere Schule gekommen ist. Ihn interessierte, das zeigt sein Interview bei „Das rote AtheBand“, wie sie mit den neuen Anforderungen zurecht kommen würde und wie ihre Eindrücke nach dem ersten halben Jahr sein würden, denn so ein Schulwechsel sei ja nie ganz leicht.

Marie kommt aus Osten an der Oste, einem ziemlich kleinen Dorf in der Nähe von Cuxhaven. Landleben pur also. Sie muss deshalb jeden Tag über 20 Minuten mit dem meist nur stündlich fahrenden Metronom von Hemmoor nach Stade fahren und dann zur Schule laufen. Bis zum letzten Jahr war das auch noch nicht so. Doch auf ihrer alten Schule, dem Gymnasium Warstade, das weniger Schüler und damit weniger Wahlmöglichkeiten als das Athe hat, war sie unzufrieden mit den Kurswahlmöglichkeiten, wie viele ihrer Freunde auch. Nach einer Schnupperphase im Athenaeum entschied sie sich dann trotz weiterem Weg zu wechseln.

Da sie in der Oberstufe auch nicht in eine bestehende Klasse kam, sondern mit der elften Klasse das Kurssystem begann, war es für sie leichter sich einzugewöhnen und sie konnte schnell neue Freunde zu finden. Auch wenn sie die Oberstufe sehr anspruchsvoll findet, kommt sie mit ihren gewählten Kursen gut zurecht, berichtet sie. Der Wechsel scheint sich bis jetzt also gelohnt zu haben.

Nachdem sie die Schule erfolgreich beendet hat, möchte sie gerne nach Asien, Amerika oder Skandinavien zu reisen, aber nicht nur, um diese Länder und ihre Einwohner als Touristin kennen zu lernen, sondern um dort intensivere Erfahrungen in Form von Praktika und diversen Jobs zu machen.

Mode? Sie hat auch schon eine ziemlich genaue Vorstellung davon , wie es dann weiter gehen soll: Anschließend möchte ich gerne etwas in Richtung Kunst, Mode oder Fotografie studieren, erklärt sie begeistert. Für diese Themen sowie für Ernährung und Fitness interessiert sie sich auch in ihrer Freizeit sehr. Um ihre Zukunftspläne zu unterstützen, jobbt sie bereits jetzt in einer Werbeagentur für Mode in Hamburg, was ihr sehr viel Spaß macht und was sich, wie wir meinen, dann auch in einem Lebenslauf für spätere Anstellungen gut machen wird.

Musik? Dass neben Schule, langer Schulwege, Nebenjobs in Hamburg und Familienleben noch Zeit für andere Hobbys bleibt, kann man sich kaum vorstellen. Aber Marie hat dafür noch Energie.
Sie ist musikalisch und nimmt in der restlichen Zeit auch noch Gesangs,- und Klavierunterricht. Und üben muss man dann ja eigentlich auch noch. Klar, vielleicht singt sie ja nebenbei, wenn sie sich zur Entspannung mit ihren zwei Pferden und ihrem Hund beschäftigt. Aber das ist natürlich nur Spekulation, wir haben im kleinen Dorf Osten mit Landleben pur nicht auf der Lauer gelegen.

Interview: Adriana Dinter und Melina Umland

19. Holger Wartner

Lesebegeisterter Theaterspieler

Wer Holger Wartners Büro im Altbau betritt, der braucht nicht lange, um zu erraten, dass das Lesen zu seinen Leidenschaften zählt. Die Regale sind mit Büchern aller Art gefüllt und an einer Wand hängt eine Postkarte, die zwei im Café sitzende Männer zeigt. „Lesen?“, fragt der eine, „das geht ein, zwei Jahre gut, dann bist Du süchtig.“
Herrn Wartners typischer Arbeitstag ist schwer zu beschreiben, eigentlich gibt es ihn nicht. Kurswahlen, Erstellung der Stunden- und Klausurpläne und Betreuung des Abiturs – sein alltägliches Geschäft bringt jeden Morgen unvorhersehbare Probleme mit sich, die es zu lösen gilt. Das sei es, was seine Beschäftigung sehr reizvoll mache, erzählt Herr Wartner. Neben diesen Verwaltungsaufgaben unterrichtet er außerdem noch Deutsch, Erdkunde und Darstellendes Spiel.
An seinem ersten Schultag am Athe als Schüler hat Holger Wartner nur noch vage Erinnerungen. Er war in einem sehr großen Jahrgang, sodass bei der Einschulung in die weiterführende Schule selbst die Aula des Athenaeums an ihre Grenzen geriet und nicht alle neuen Fünftklässler – das Athe war eine reine Jungenschule – dort Platz fanden. Als letzter Jahrgang mussten Herr Wartner und seine Mitschüler im Unterricht noch auf richtigen Holzbänken Platz nehmen. „Aber ohne Tintenfässer“, fügt der Lehrer lachend hinzu.
Dank des Busfahrplanes – der Bus kam bereits um kurz nach sieben am Athenaeum an – verbrachte Herr Wartner viel Zeit im Warteraum. Unter den wachsamen Augen des Hausmeisters musste er jeden Morgen zusammen mit den anderen Fahrschülern, die das Schicksal des viel zu früh fahrendes Busses teilten, eine Stunde auf den Schulbeginn warten. Mit Hausaufgaben, Gesprächen und unzähligen Runden in diversen Kartenspielen versuchten er und seine Leidensgenossen die Zeit irgendwie totzuschlagen.
Nach seinem Abitur 1980 war Herr Wartner erst einmal fünf Jahre raus: Außerhalb von Schule und Uni war es in der Erwachsenenbildung tätig und fand den Kontakt zu Firmen, die ihm erzählten, was sie von jungen Berufsanfängern erwarten.

Das war eine prägende Erfahrung, bei der er lernte, dass man den Lehrplan nicht immer penibel befolgen muss, sondern ruhig auch mal abweichen dürfe. Überfrachtete Lehrpläne gingen seiner Meinung nach ohnehin an der Realität vorbei. Trotzdem hat ihn die Schule nie wirklich losgelassen.
Der Wunsch, mit jungen Leuten zusammenzuarbeiten und ihnen etwas Positives für ihr Leben mitzugeben, habe ihn schließlich dazu veranlasst Lehrer zu werden.
Auf seine Leidenschaft zum Theater angesprochen, holt Herr Wartner ein eingerahmtes Foto hervor, aufgenommen auf der Bühne des Athenaeums in der Aula. Es zeigt eine Szene aus dem Stück „Die Gaunereien des Scappino“, in dem er als Schüler mitwirkte. Da der damalige Leiter der Theater AG nicht viel davon hielt, Frauenrollen mit Männern zu besetzen, ging die AG für ihre Stücke oft eine Kooperation mit dem Vincent Lübeck Gymnasium ein, welches das Mädchengymnasium war. So kamen neben dem erwähnten Stück viele weitere Aufführungen zustande.
Nach seiner Schulzeit blieb Herr Wartner dem Theater treu und sammelte als Student erste Erfahrungen im Bereich der Regie. Schließlich ließ er sich zum Lehrer für Darstellendes Spiel weiterbilden. Am Athe baute er dann zusammen mit Herrn Gäb die Theater AG wieder auf, die zuvor lange Zeit lang brach gelegen hatte. Seitdem wirkt Holger Wartner an mindestens einer großen Aufführung pro Jahr mit. Im letzten Jahr war es das Musical „Linie 1“, in dem er für den schauspielerischen Teil verantwortlich war.
Jetzt, wenn die Tage wieder kürzer werden, findet Herr Wartner wieder mehr Zeit, sich seinem liebsten Hobby, dem Lesen, zu widmen. Man muss ja nicht gleich süchtig werden.

Interview: Julius Kamper

18. Jasper Eylmann

Pianist mit Talent zum Hauselektroniker

Jasper Eylmann war in der 5. Klasse „The CD-Man“ bei Herrn Zeuch, denn er saß direkt neben der Steckdose und war so versiert am Gerät, dass er im Laufe der Zeit sogar die Lautstärke regeln und später die CDs einlegen durfte. An diese wichtige Aufgabe erinnern sich der Englischlehrer und Jasper, jetzt schon im 12. Jahrgang, mit einem breiten Grinsen. Sicher hatte Herr Zeuch da den Richtigen ausgewählt, denn auch zu Hause, so berichtet Jasper, ist er der Mensch, der gerufen wird, sobald irgendein technisches oder elektronisches Gerät nicht funktioniert. Und meistens läuft es danach dann wieder, denn dieser Schüler scheint handwerklich sehr begabt zu sein.
So hat Jasper in der Oberstufe natürlich Physik als Leistungsfach gewählt, da es ihn sehr interessiert. Eine ungewöhnliche Kombination ist dann allerdings die Mischung mit Musik als weiterem Leistungsfach, aber er erklärt auch gleich, wie das kommt.

Mit 5 Jahren, vor der Schule, begann er schon mit dem Klavierunterricht, konnte Noten also schon vor den Buchstaben recht gut lesen. Seit dieser Zeit hat er viel an diesem Instrument gelernt, zuerst die klassische Musik und später dann immer mehr auch das Improvisieren. Jetzt, nach dem Ende des langjährigen Unterrichts, bringt er sich zum Spaß einfach eigene Melodien bei, die er kurz gehört hat. Das sind zum Beispiel Stücke von Cold Play oder anderen Gruppen, einfach das, was ihm einfällt. Als wir dann das Foto mit dem roten AtheBand am Flügel machen wollen, legt er auch gleich los und spielt vor sich hin, die Finger schweben fast über die Tasten.

Musik begleitet ihn auch auf dem sehr kurzen 8-Minuten-Schulweg. Er geht zu Fuß und hat immer die Kopfhörer im Ohr – dann werden aber nicht die eigenen Klavierstücke, sondern die seine Lieblingsbands gehört.

An Auftritte hat Jasper noch nicht gedacht, eigentlich, meint er, sei dafür auch wirklich keine Zeit, denn Schule, Handwerkerei und Tennistraining fordern ihn ziemlich. Tennis spielt er auch manchmal mit seinem 6 Jahre älteren Bruder Jan, der auch am Athe war. Wer da meistens besser ist, wird hier nicht verraten.

Was macht der vielseitige Jasper nach dem Abi? „Ich warte in diesen Tagen auf die Zusage für eine Ausbildung bei Airbus, denn ich würde gerne Fluggeräteelektroniker werden.“ Er meint, er sei wohl nicht der Typ zum Studieren, er würde gerne auch mit den Händen arbeiten. Wir drücken die Daumen. Hoffentlich klappt’s.

Nach einer Anekdote aus seinem Schulleben gefragt, kann der Fast-Abiturient sich nicht entscheiden, denn es ist viel passiert, meint er. Seine Klasse sei wohl immer „anstrengend“ gewesen. Sie muss aber auch mal „ruhig“ und „freundlich“ gewirkt haben, denn sonst hätte Herr Zeuch sich doch nicht so gerne an diese Klasse erinnert. Alle drei Adjektive beschreiben, wie er selbst sagt, auch die Facetten von Jasper Eylmann. Beim Abschied bedankt er sich herzlich für das Interview, was wirklich nicht anstrengend war.

Interview: Barbara Post

17. Achim Zeuch

Vom Fast-Brauer zum Ganz-Lehrer

“Herr Zeuch hat in mir die Begeisterung für das Fach Geschichte geweckt. Er ist sehr engagiert, aber ich weiß fast gar nichts Persönliches über ihn.” So begründete Julius Kamper die Weitergabe des roten Athe-Bandes an Herrn Achim Zeuch.
Herr Zeuch ist gerade mal ein Jahr lang, nämlich in der neunten Klasse, der Geschichtslehrer von Julius gewesen. Von daher war er ziemlich überrascht und erfreut über diese Ehrung.

Achim Zeuch ist Lehrer für Englisch und Geschichte. Gelegentlich kombiniert er beide Fächer zu bilingualer Geschichte. Doch sein Lieblingsfach ist Geschichte in deutscher Sprache. Zurück geht diese Leidenschaft auf seinen alten Geschichtsleistungskurs, dessen Lehrer es schaffte ihn zu fesseln und für das Fach zu begeistern. Eine Fähigkeit, die er jetzt selbst, wie man dem obigen Zitat entnehmen kann, bei seinen Schülern einsetzt. Nach 2 Jahren bilingualem Geschichtsunterricht mit Herrn Zeuch kann ich dies aus eigener Erfahrung bestätigen.
Ursprünglich stammt dieser Geschichtsfan gar nicht aus dem Norden, sondern aus einem kleinen Dorf in der waldreichsten Gegend Deutschlands. Er wurde im Mittelpunkt des Länderdreiecks NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen geboren. Ganz in der Nähe wohnte auch ein weiterer Athe-Geschichtslehrer, Herr Röder, mit dem er nun schon sehr lange gut befreundet ist.

Eigentlich war es zunächst nicht sein Ziel, Lehrer zu werden. Er hatte den ausgefallenen Plan, das Gymnasium nach der 10. Klasse zu verlassen und eine Ausbildung zum Brauer zu beginnen. Nach seiner Aussage war dieser Entschluss besonders dem Interesse an dem Berufsbild geschuldet, nicht dem Biergenuss!

Daraus wurde jedoch irgendwie nichts und durch den Leistungskurs fand er bald heraus, dass Geschichte “sein Ding” sei und er dies beruflich machen wolle. Er studierte Lehramt um Lehrer für Englisch und Geschichte zu werden. So landete er nach einem 2-jährigen “Seeluft-Abstecher” (Gymnasium Insel Föhr) dann 2007 am Athe in Stade.

Im Moment unterrichtet er jedoch nur wenig Geschichte, da er auch noch Fachberater für Geschichte bei der Schulbehörde ist und diese Tätigkeit viel Zeit in Anspruch nimmt. Als einer von 6 Fachberatern für Geschichte der Schulbehörde in Niedersachsen zählen zu seinen Aufgaben unter anderem Fortbildungen für andere Lehrer im Fach Geschichte, den Unterricht anderer Lehrer zu beurteilen, die telefonische Beratung, das Bearbeiten fachlicher Beschwerden und die Überprüfung der Korrekturen der Abiturklausuren. An den Zentralabituren und Kerncurricula ist er übrigens auch direkt beteiligt. Da reicht die Zeit nur noch für die Erteilung von 8 bis 12 Stunden Unterricht pro Woche.

Auflerhalb der Schule und der Arbeit für die Schulbehörde ist er sportlich aktiv und geht etwa zwei mal pro Woche laufen. Auch seine 5 Monate alte Tochter hält ihn auf Trab. Zum Entspannen hört er dann sehr gerne Musik, besonders Indie-Rock. Welche Bands etc. er da genau hört, wollte Herr Zeuch mir dann nicht verraten. Nur so viel, dass in seiner über 500 CDs groflen Sammlung eigentlich so ziemlich alles vertreten sei. Auch Filme sieht er sich gern an. Wenn möglich geht er dafür ins Kino, aber momentan ist dafür wegen seiner kleinen Tochter nicht genug Zeit.

Interview: Joshua Minow

16. Julius Kamper

Sportlicher Jugendreporter mit trockenem Humor

Nach Unterrichtsschluss wollen wir uns treffen. Julius lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und packt sorgfältig seine Sachen ein. Ja, wir kennen uns schon seit der fünften Klasse, dennoch muss ich zugeben, dass ich nicht sehr viel über diesen eher stillen Lockenkopf weiß. Umso interessanter ist es, jetzt seine „dunklen Seiten“ kennen zu lernen, die auch Diana Biermann interessierten, als sie ihn vorschlug.
An seinem ersten Tag am Athenaeum sei er aufgeregt gewesen. Er erinnert sich an die erste Zeit vor allem als Suche nach den passenden Räumen in dem verwinkelten und überwältigend großen Gebäude. Julius gehörte zu den Schülern, die beim Klingeln sofort aufgesprungen sind, um auf dem Schulhof eine Tischtennisplatte zu ergattern und dort die Pause auf dem Schulhof mit vergleichsweise wenig Spielgeräten zu verbringen.
An der Schule gefällt ihm vor allem das umfangreiche AG-Angebot. So einiges davon interessiert ihn, auch wenn er nur bei den Jugendreportern Mitglied ist. Deshalb setzt er sich wohl auch für eine Artikelserie ein, in der das Angebot detaillierter vorgestellt werden soll.

Jetzt hat er es bis in die zehnte Klasse geschafft und ist nicht ohne Erfolg. Einige bezeichnen ihn als Streber, ein Begriff, von dem er selber eher Abstand nimmt.
Auf die Oberstufe und das Abitur fühle er sich schon vorbereitet, er kriege durch den Aufbau der letzten Klassenarbeiten ein Gefühl für die Leistungsanforderungen, die ihn erwarten, beantwortet der 16-jährige Diana Biermanns Frage. Einen bestimmten Notendurchschnitt, den er erreichen will, hat er sich jedoch nicht gesetzt. Wichtig ist Julius aber, die für ihn bestmögliche Leistung zu erstreben und zu erreichen, denn ohne Ehrgeiz ist er nicht. Er hat sich für das gesellschaftswissenschaftliche Profil entschieden und möchte vor allem in den Fächern Geschichte, Deutsch und Politik seine Fähigkeiten unter Beweis stellen.
Wer Julius Kamper kennt, schätzt seinen trockenen Humor. Unerwartet und spontan schaltet er sich ein und verzieht dabei keine Miene. Er denkt allerdings, dass dies auf Fremde eher irritierend wirkt, daher halte er sich bei ihnen zurück. Vielleicht erweckt er deshalb einen so ernsten, leicht schüchternen Eindruck am Anfang.
Natürlich hat er auch mal einen schlechteren Tag, an dem er durchaus aus der Haut fahren kann, wenn ihn etwas richtig aufregt.
Zu seinen bekanntlichen Schwächen gehöre auch, dass er schnell ungeduldig werde, wenn etwas nicht funktioniere, gibt Julius offen zu. Dies wurde ihm schon in der Grundschule im Zeugnis angemerkt. Mittlerweile hat er aber seiner Ansicht nach große Fortschritte in der Bewältigung von Niederlagen gemacht.
Was ihn auch sehr wütend machen kann, ist, wenn jemand einen anderen ausnutzt und sich gerade in der Schule mit Leistungen anderer rühmt.
In seiner Freizeit ist Julius sehr vielseitig. Da er Spaß am Artikel schreiben hat, verfasst er nicht nur Texte für die Jugendreporter AG, sondern auch für das Tageblatt. Sportlich betätigt er sich seit vielen Jahren beim Fußball, außerdem joggt er gerne. Schöne Landschaften faszinieren ihn, weswegen er öfter spontan Fotos macht. Und wenn er richtig viel Zeit hat, kann es auch vorkommen, dass er einfach mal mit dem Fahrrad losfährt.

Interview: Luise Kranzhoff

15. Diana Biermann

Eine Lehrerin, die immer ein Lächeln auf den Lippen trägt.

Schon als sie auf uns zukommt, strahlt sie, obwohl wir sie länger als nötig in der Schule halten und gleich ausquetschen werden. Mal sehen, welche dunklen Geheimnisse wir enthüllen. Die Antwort darauf ist:
KEINE. Gar keine. Sie ist einfach fröhlich. Immer. Durchgehend. Ohne irgendwelche Pausen. Auch deswegen wird sie von ihren Kollegen als der Sonnenschein unter den Lehrer bezeichnet. Nicht nur das, auch mit ihren Schülern kommt sie gut klar, obwohl sie von sich selbst sagt, sie müsse an einigen Stellen noch strenger sein. Ihre Schüler sehen das sicher anders. Auch, wenn Latein und Chemie nicht nur eine ungewöhnliche Kombination, sondern auch von vielen Schülern verhasste Fächer sind, gibt Frau Biermann sich größte Mühe, diese interessant darzustellen. So benutzt sie zum Beispiel in Chemie haufenweise Modelle zur Veranschaulichung und versucht in Latein einen Bezug von den Themen zum Alltag der Schüler herzustellen (Leben, Lieben, Lästern – Ovid). Um das zu schaffen, geht sie auch immer gern zur Schule und sagt, dass „Lehrerin“ der absolute Traumberuf für sie sei. Schon als sie selbst Schülerin war, mochte sie den Unterricht und erklärte ihren Freunden häufig Inhalte des Unterrichts. Chemie war ihr absolutes Lieblingsfach, sodass sie auch freiwillig Vorträge hielt und Versuche vor der Klasse durchführte. Deshalb stand schon seit der neunten Klasse für sie fest, dass sie Lehrerin werden wollte.

Aber sie war nicht immer so fleißig und ruhig, wie man heute denken mag. In ihrem Grundschulzeugnis stand ein Vermerk, sie müsse noch lernen, nicht unaufgefordert in den Unterricht zu reden. Selbst bezeichnet sie sich als ein sehr temperamentvolles Mädchen, das viel mit den Jungs in ihrer Straße gespielt hat, wobei sie auch an der ein oder anderen Rauferei beteiligt war. Erst auf dem Gymnasium wurde sie ruhiger und ordentlicher, obwohl sie sagt, dass sie zwar gut, aber nicht übermäßig gut oder eine Streberin gewesen sei. Nach ihrem Studium und ihrem Referendariat, welches über halb Deutschland verteilt war – von Thüringen nach Leipzig und Lüneburg – kam sie schließlich nach Stade an das Athenaeum und lebt nun in Hamburg. Ihr gefallen der Norden, Hamburg und die Nordsee. Sie fand Thüringen zum Aufwachsen zwar schön, empfindet Niedersachsen aber dennoch als das attraktivere Bundesland. Auch ihre Eltern nutzen gerne den Vorwand, sie hier oben zu besuchen.
Wenn sie nicht gerade Unterricht vorbereitet oder der einzig schlechten Tätigkeit ihres Berufes nachgeht – Lateinarbeiten korrigieren -, trifft sie sich gerne mit Freunden, macht Sport (obwohl sie zugibt, dass sie das in letzter Zeit etwas vernachlässigen musste) wie Uni-Hockey und Halbmarathon oder hört Musik.
Aus diesem Anlass lässt die letzte Teilnehmerin des „Roten AtheBandes“, Lea Grissmer, uns auch fragen, wie ihr letztes Scooterkonzert gewesen sei, auf dem sie mit einigen Lehrerkollegen war.
Begeistert antwortet sie, es sei großartig gewesen und sie hätten alle viel getanzt.
Neben Scooter hört sie gerne Künstler der Genres Electro, Rock, Alternative und Indie aus Deutschland.

Interview: Melina Umland und Adriana Dinter

14. Lea Grissmer

Sportliche Englisch-Liebhaberin mit klarem Berufsziel

Lea Grissmers Zeit am Athenaeum begann gleich mit einer kleinen Panne: An ihrem ersten Schultag saß sie zusammen mit den anderen angehenden Fünftklässlern und deren Eltern im prall gefüllten Forum und wartete gespannt darauf, endlich in ihre neue Klasse eingeteilt zu werden. Doch während alle ihre Freundinnen nach und nach vom damaligen Schulleiter Hermann Krusemark aufgerufen wurden, tauchte Leas Name nicht auf. So musste sie mit ihrem großen Schulranzen aufstehen, nach vorne gehen und fragen, in welche Klasse sie denn gehen solle. „Das war damals ganz schön peinlich“, erzählt die 17-Jährige mit einem Lachen.

Die nächsten Wochen verliefen zum Glück pannenfrei und Lea lebte sich schnell am Athenaeum ein, das ihr in den ersten Tagen ein wenig „so wie Hogwarts“ vorkam. Zwar gab es dort keine Zauberer und „Verteidigung gegen die dunklen Künste“ stand auch nicht auf dem Stundenplan, aber alles war viel größer als an ihrer alten Schule in Dollern und auf den Gängen liefen „die Großen“ rum, also die älteren Mitschüler aus den höheren Klassenstufen, denen Lea zuerst mit einigem Respektabstand aus dem Weg ging.

Neben Zeichnen und Malen, bei dem Lea sich kreativ ausleben kann, zählen Fußball und Kickboxen zu ihren sportlichen Hobbys. Während es beim Fußball mehr auf das Zusammenspiel im Team ankommt, kann sie sich bei Letzterem so richtig auspowern und ihre Grenzen austesten. Im Sommer lässt Lea es gerne etwas ruhiger angehen: Da segelt sie oft mit ihren Eltern in Richtung Skandinavien.

So war sie zum Beispiel bereits in Dänemark und in Schweden; weitere Länder stehen noch auf ihrem Reiseplan. Auch die Schule gibt Lea die Möglichkeit, ihren Hobbys und Interessen nachzugehen, was sie am Athenaeum sehr schätzt: Im Chor ist Lea schon seit vielen Jahren aktiv und durch den bilingualen Geschichtsunterricht kann sie etwas über die Geschichte erfahren und gleichzeitig ihre Englisch-Fähigkeiten verbessern. Englisch gehöre zu ihren Lieblingssprachen, erzählt die Jugendliche aus Agathenburg.

Da verwundert es wenig, dass die 17-Jährige das Schuljahr 2012/2013 in den USA verbrachte, genauer gesagt in einem kleinen Ort im Bundesstaat Indiana. Mit ihren beiden Gastfamilien, bei denen sie während ihres Auslandsjahres wohnte, unternahm sie viel und an ihrer Schule fand sie viele neue Freunde, zu denen sie teilweise immer noch Kontakt hält. Im Gegensatz zum deutschen Schulsystem kann man dort schon früher die Kurse nach seinen Wünschen auswählen; selbst Fächer wie Tanzen oder Fotografieren werden dort angeboten. Ein ähnliches System würde sich Lea auch in Deutschland wünschen: Auf so manches Fach hätte sie bereits vor der zehnten Klasse gerne verzichtet. Die Entscheidung, für ein Jahr ins Ausland zu gehen, hat Lea nicht bereut: „Es hat mir viel gebracht“ Sie würde jedem, der die Möglichkeit hat, empfehlen, für ein Schuljahr ein anderes Land zu besuchen.

Nach der Schule würde Lea gerne im Bereich Marketing und Design arbeiten. „Mir gefällt vor allem die Mischung aus Kreativität und Psychologie“, erzählt die Agathenburgerin. Man müsse in diesem Bereich nicht nur darauf achten, dass etwas gut aussieht, sondern sich auch in die potenziellen Kunden hineinversetzten und die Produkte nach deren Wünschen gestalten, bevor man diese überhaupt kennt. Auch die Arbeit mit den Kunden und die guten Aufstiegschancen sind in ihren Augen Vorteile dieses Berufsfeldes. Die Logistik ist ebenfalls ein Berufsfeld, in dem sie sich vorstellen könnte zu arbeiten. Dort könnte sie international tätig sein und ihre Lieblingssprache sprechen: Englisch.

Interview: Julius Kamper

13. Karen Kaps

Eine Frau mit Kugel

Ab nächsten Mittwoch haben wir an unserer Schule eine Lehrerin weniger zugegen, denn ab dann wird Karen Kaps mit ihrem unübersehbar hochschwangeren Bauch in Mutterschutz gehen. Die Leitfrage unserer letzten ausgequetschten Schülerin Angelina Rubow war, wie es für Frau Kaps mit ihrem Kind weitergehen wird. Unsere, ob sie an Aliens glaubt, aber das ist nebensächlich.
Nachdem Frau Kaps und ihr Ehemann sich bei ihrer letzten Schwangerschaft mit zwei Mädchen die Elternzeit aufgeteilt haben, wird sie diesmal bis zum Beginn des Schuljahres 2015/16 weg bleiben und strebt anschließend eine Teilzeitbeschäftigung mit wenigen Stunden zum Einstieg an. Sie freut sich auf das Kind, wie auch schon auf die beiden vorigen, auch wenn die Zwillinge eine Überraschung bei der Ultraschalluntersuchung darstellten, die ihren Mann vorrangig in Panik geraten ließ. Schließlich sind die Risiken einer Zwillingsschwangerschaft bedeutend höher, als gewöhnlich, allerdings verliefen bzw. verlaufen glücklicherweise beide Schwangerschaften vergleichsweise recht harmlos, auch wenn sich Mädchen Nr. 3 bereits während unseres Interviews mehrfach und energisch bemerkbar machte. Auf unsere Beileidsbekundung für den von Frauen umzingelten Familienvater, reagierte Frau Kaps recht erstaunt. Sie hatte Väter mit Töchtern immer als unheimlich stolz darauf erlebt, und wundere sich über diesen häufigen Kommentar. Ihrer Meinung nach, würden diese Väter mit ihren Töchtern beispielsweise glücklich und voller Stolz beim Abschlussball tanzen.

Diesem Hobby gingen sie und ihr Mann ebenfalls leidenschaftlich nach, bis sie es aufgrund der Schwangerschaft nicht mehr konnten. Aufgrund dessen ist sie zeitweise auf Zumba und nun auf „Schwangeren – Yoga“ umgestiegen. Ebenfalls hindert die zweite Schwangerschaft die Familie am für die Sommerferien geplanten Radwanderurlaub – nur mit Fahrrad, Zelt und ungewissem Ziel. Auch in ihrer Zeit vor dem Umzug von Hildesheim nach Stade, als Frau Kaps noch an einer katholischen Schule lehrte, haben die beiden das gerne gemacht. Auch an ihrer alten Schule hat Frau Kaps selbstverständlich – genau wie hier – Religion und Mathematik unterrichtet – eine recht ungewöhnliche Kombination. Vor allem im Hinblick darauf, dass sie katholische Religion unterrichtet, was an ihrer alten Schule nicht weiter ungewöhnlich war.

Doch hier ist sie damit unter lauter evangelischen Religionslehrern ein eher seltenes Exemplar. Während ihrer eigenen Schulzeit begegnete sie vor allem Mathelehrer, die die Fronten zwischen Matheliebhabern und Mathehassern verstärkten. Sie war hingegen der Meinung, dass die allgemeine „Ich bin zu blöd für Mathe“- Einstellung auf jeden Fall unnötig sei, auch wenn natürlich nicht jeder ein Mathegenie sein kann. In ihrem Unterricht versucht sie, möglichst fair zu bewerten, auch wenn sie zugibt, dass das niemand immer garantieren kann.

Interview: Adriana Dinter & Melina Umland

12. Angelina Rubow

Eine Abiturientin auf dem Sprung

Angelina Rubow aus dem Jahrgang 12 steht jetzt kurz vor ihrem Abitur. Viele an der Schule sind noch mehr oder weniger weit davon entfernt und während der gerade stattfindenden Mottowoche denken die 12. Klässler wohl auch weniger daran. Doch die finalen Prüfungen kommen immer näher. Wie sie sich darauf vorbereitet und was Angelina sonst noch beschäftigt, hat sie uns erzählt.
Bis zur fünften Klasse besuchte Angelina die Grundschule in Dollern. Im Gegensatz zum Athenaeum ist die Grundschule dort eingeschossig und dementsprechend auch viel, viel kleiner. Die Umstellung am ersten Schultag und den ersten Wochen war also enorm und sie fühlte sich in dem riesigen Gebäude schon etwas verloren. Doch zum Glück kam sie mit den auf dem Wahlzettel angegeben „Wunschmitschülern“ in eine gemeinsame Klasse, was ihr den Einstieg sehr vereinfachte.
Eine der für sie schönsten Dinge der Schule ist das Alter des Gebäudes, insbesondere des Altbaus, da es eine Geschichte hat und vor allem schöner anzusehen ist, als zum Beispiel das Vincent-Lübeck-Gymnasium. Außerdem ist der Ruf des Athenaeums sehr gut, was natürlich positive Effekte beim Suchen von Stellen bringt und auch die Lehrer an der Schule sind allesamt nett und machen ihren Job gut. Eigentlich findet sie die Schule also rundum super, aber eine Sache, die ihr nicht zusagt, fiel ihr dann doch ein, nämlich das Handyverbot. Die Schüler benutzen ihre Handys trotzdem und die Lehrer nehmen es auch nicht immer wirklich ernst.

Als sie in die fünfte Klasse kam, gab es den Neubau noch nicht und auch die Räume im B-Trakt waren damals noch nicht so modern und neu gemacht wie heute. Trotzdem meint sie nicht, dass die neuen Fünftklässler irgendwelche Vorteile hätten oder es allgemein besser hätten, da jetzt schon in der 5. und 6. Klasse die siebte und achte Stunde unterrichtet wird und die Schüler auch ganztägig Schule haben. Der Neubau ist aber natürlich trotzdem sinnvoll, da die Schule die Räume einfach braucht.

Im Abitur belegt Angelina Englisch, Deutsch, Biologie, Politik und Geschichte als Prüfungsfächer, also den sprachlichen Schwerpunkt. Ihre Lieblingsfächer sind Englisch, da sie in diesem Fach erst schlechter war, sich jedoch sehr verbessert hat und ihr die Sprache mit Fr. Sensenschmidt zudem einfach Spaß macht. Außerdem bereiten ihr Mathe und Politik viel Freude. Auf das Abitur bereitet sie sich ganz klassisch durch Lernen vor. Sie hofft natürlich auf ein gutes Ergebnis und ist in dieser Sache sehr optimistisch. Nach dem Abitur möchte sie nicht direkt ein Studium beginnen, sondern lieber erst mal ein Jahr lang jobben, um etwas Geld zu verdienen und nicht direkt wieder in die „Schule“ gehen zu müssen. Danach will sie aber auf jeden Fall anfangen zu studieren.

Interview: Joshua Minow

11. Marte Sensenschmidt

Sprachbegabte „Bili-Lehrerin“, die Englisch liebt

Bis zur elften Klasse konnte Marte Sensenschmidt es sich nicht vorstellen, später einmal als Lehrerin zu arbeiten und Klassen zu unterrichten. Doch eine Projektwoche, die sie in der elften Klasse absolvierte, sollte dies ändern. Zusammen mit anderen Oberstufenschülern betreute sie dabei Jüngere und arbeitete gemeinsam mit ihnen an einem Projekt. „Da habe ich gedacht: Das ist doch was für mich“, erzählt die Englisch- und Geschichtslehrerin heute.
Seit fast vier Jahren ist Marte Sensenschmidt inzwischen schon am Athenaeum. Ihren ersten Tag an dieser Schule, die ihre erste „richtige“ Station nach ihrem Refrendariat ist, hat sie noch bestens in Erinnerung. Das Athenaeum kam mehr als doppelt so groß daher, wie ihre alte Schule. Statt knapp 500 Schüler gab es plötzlich über 1000, die durch die Gänge liefen. Dementsprechend nervös war sie, als sie ihre neue Schule zum ersten mal betrat. Doch diese Nervosität verflog schnell, denn die neuen Kollegen kamen sofort auf sie zu und sorgten so dafür, dass Marte sich sofort willkommen fühlte. Nach ihrer ersten Dienstbesprechung stand eine Kanu-Tour mit dem Kollegium auf dem Programm. Es war ein netter Einstieg, mit den neuen Arbeitskollegen in einem Boot zu sitzen und sich so besser kennenzulernen.
Das nette Miteinander unter den Lehrern und Schülern ist auch die erste Sache, die sie nennt, wenn man nach den positiven Aspekten an dieser Schule fragt. Unter den Kollegen sei „immer einer da, der einen Ratschlag hat.“ Außerdem gefällt es ihr, dass es am Athe ihrer Meinung nach viele kritische Schüler gibt, die Sachverhalte im Unterricht auch mal hinterfragen und sich mit eigenen Ideen in das Schulleben einbringen.

Ihre Vorliebe für Sprachen, vor allem für die englische, zieht sich schon lange wie ein roter Faden durch ihr Leben. Bereits in der Schule interessierte sie sich sehr für Sprachen und konnte sich gut vorstellen, später einmal mit ihnen zu arbeiten. Obwohl Marte ursprünglich mit Französisch angefangen hatte, habe sie Englisch einfach „mehr gepackt“.
Nicht verwunderlich also, dass es Marte als Studentin für ein Jahr in das Land ihrer neuen Lieblingssprache zog. Aus der Landschaft zwischen Birmingham und London, wo sie in dieser Zeit lebte, reiste sie durchs Land, natürlich nicht, ohne die beiden Städte auch mal besucht zu haben.
Während des „besten Jahres ihres Lebens“, wie sie diese Zeit heute gerne bezeichnet, lernte sie viele Muttersprachler kennen, zu denen sie auch heute teilweise noch den Kontakt pflegt. Es sei wichtig, andere Nationalitäten und Sprachen kennenzulernen, erklärt sie. Jeder, der die Gelegenheit dazu hat, sollte ihrer Meinung nach ins Ausland gehen und so ein anderes Land kennenlernen. Auch nach ihrer Studienzeit ist sie dem englischsprachigen Ausland treu geblieben. So reiste sie im letzten Sommer durch Kanada und die USA. Auch im ihren nächsten Urlaubsort wird englisch gesprochen: Nach diesem Schuljahr soll es nach Schottland in den hohen Norden gehen.
Vor allem aufgrund ihrer Fächerkombination aus Englisch und Geschichte ist der bilinguale Geschichtsunterricht ein Fach, das Marte sehr am Herzen liegt. Bisher laufe dieser am Athenaeum allerdings mehr als „nettes Projekt nebenbei“, kritisiert sie. Oft müsse darum gekämpft werden, dass überhaupt ein Kurs zustande komme. Für die Zukunft wünscht sie sich deswegen eine stärkere Förderung des bilingualen Geschichtsunterrichts. Auch eine eigene „Bili-Leiste“ für die Oberstufe könnte dazu beitragen, dass sich mehr Schüler für das Fach begeistern. Schließlich ist es spannend, etwas Gewohntes wie den Geschichtsunterricht mal in anderer Form kennenzulernen.

Interview: Julius Kamper

10. Kimberly Böttcher

Multitalent mit internationalen Wurzeln

Für viele Schüler bedeutet die fünfte Klasse eine große Umstellung, denn oft ist es für sie das erste Mal, dass sie die Schule wechseln und die kleine Grundschule gegen das große Athe mit seinen vielen Räumen und Gängen, durch die hunderte von Schülern wuseln, eintauschen. Für Kimberly Böttcher hingegen war es nichts Neues, schließlich ist die Zehnjährige in ihrem bisherigen Leben schon viel in der Welt herumgekommen und hat schon den ein oder anderen internationalen Schulwechsel hinter sich.

Ihre schulische Laufbahn begann sie im Alter von gerade einmal vier Jahren in der Vorschule in Spanien. Ihre Mutter, die aus Peru stammt, habe in ihren ersten Lebensjahren nur Spanisch mit ihr gesprochen, erzählt Kimberly, weswegen ihr das Leben dort auch nicht schwer gefallen sei. Ein Jahr später ging es schließlich weiter in das Heimatland ihrer Mutter, wo ihre Familie bei Verwandten wohnte. Die damals Fünfjährige besuchte dort auch die erste Klasse, in welcher der Unterricht aber „eher wie in der Vorschule“ gewesen sei, berichtet Kimberly von ihren Erfahrungen. In einem Alter, in dem andere Schüler gerade erst eingeschult werden, wechselte Kimberly schließlich bereits zum zweiten Mal die Schule und kam auf die Grundschule in Fredenbeck, wo sie bis zur vierten Klasse bleiben sollte. Die Sprache hatte sie zuvor schnell gelernt, denn ihr Vater, der aus Hannover stammt, sprach eine Weile nur auf Deutsch mit ihr. So war es für sie auch „nichts Neues“ mehr, als sie mit dem Athenaeum ihrer Laufbahn die vierte Schule hinzufügte.

Ihre ersten Tage auf der neuen Schule hat die Fünftklässlern logischerweise noch sehr gut in Erinnerung. „Ich dachte, dass ich mindestens ein Jahr brauche, um mich hier zurechtzufinden.“, erzählt Kimberly und lacht. Doch nun, ein halbes Jahr später, kennt sie sich schon sehr gut auf den vielen Gängen des Athenaeums aus und hat sogar schon den ein oder anderen Lieblingsplatz hier gefunden. So verbringt sie ihre Pause gerne in der Bücherei, vor allem in der Fantasy-Abteilung. Auch der Vivarienraum im zweiten Stock des A-Trakts, in dem viele exotische Tiere leben, gefällt ihr an dieser Schule besonders gut.

Ihre Freizeit verbringt Kimberly vor allem damit, ihren vielen, vor allem sportlichen Hobbys nachzugehen. Neben dem Joggen betreibt die sportliche Fünftklässlern auch noch Judo und Handball. Diese Kombination aus Individual- und Teamsportart gefällt ihr besonders gut: Beim Judo sei sie selber auf sich angewiesen und könne keinem anderen die Schuld für einen verkorksten Kampf geben. Außerdem müsse man selber an Dingen arbeiten, die noch nicht so gut liefen. „Beim Judo hole ich mir das Selbstvertrauen, das ich für Handball brauche.“ Dort steht für sie eher die Gemeinschaft im Vordergrund. Viele ihrer Freundinnen habe sie durch den Sport kennen gelernt und es mache ihr sehr viel Spaß, mit anderen zusammen an einem Ziel zu arbeiten und sich ständig zu verbessern. Doch Kimberlys Interessen liegen nicht nur im sportlichen, sondern auch im musikalischen Bereich: Die Zehnjährige spielt außerdem noch Geige. Trotzdem sei es für sie kein Problem, ihre Hobbys unter einen Hut zu bekommen, obwohl ihr nicht mehr so viel Zeit für Freunde außerhalb der Sportvereine bleibt.

Beruflich hat Kimberly schon sehr genau vor Augen, wohin ihr Weg gehen soll. Ihr Traum wäre es, Ärztin zu werden und in die Fußstapfen ihrer Tante und ihres Onkels zu treten, die in Peru ein Hospital selber aufbauten und damit vielen Menschen halfen. „Das ist ein großes Ziel von mir“, erklärt Kimberly und lächelt.

Interview: Julius Kamper

9. Frank Waldermann

Bariton-Sänger mit Sinn für Romantik

Die Kombination seiner Unterrichtsfächer Musik und Sport ist sicher ungewöhnlich und doch kann man verstehen, wie gut Bewegung und Musik eigentlich zusammenpassen.
Mit einem Fach, das man vielleicht als Mischung aus beidem beschreiben kann, fing die Schullaufbahn des jungen Referendars Frank Waldermann im November 2007 am Athenaeum an: Darstellendes Spiel. Martin Gäb wies ihn und 40 bis 50 andere Referendare an, sich auf Stühle zu stellen und dann nach Namen zu sortieren.
Neben dem altehrwürdigen Gebäude gefielen ihm am Athenaeum die Freundlichkeit und Herzlichkeit, mit denen er aufgenommen wurde. Er war nicht nur ein „Kaffeekocher“, sondern wurde sofort als richtige Lehrkraft wahrgenommen. Sei es, weil ihm eine Stelle angeboten wurde oder weil unser Gymnasium ihn vollständig überzeugt hat: Herr Waldermann setzte alles auf eine Karte und bewarb sich nur am Athenaeum.
Hier konnte er mit dem Chor der jüngeren Jahrgangsstufen, den er vier Jahre lang leitete, und einer Volleyball AG persönliche Interessen verwirklichen. Den „Kleinen Chor“ hat jetzt jemand anders übernommen und Volleyball musste wegen zu vieler anderer Klassen und Kurse „geopfert“ werden.
Mit seiner Situation an der Schule scheint er, wie das entspannte Interview uns zeigt, insgesamt sehr zufrieden zu sein, auch wenn er die Kommunikation zwischen Schulleitung und Kollegium in Teilen für verbesserungswürdig hält.
Was ihn am meisten im Schulalltag Spaß macht? Das sind die Gespräche der Schüler oder was er davon mitbekommt, wenn er durch die Gänge geht, sagt er schmunzelnd.
In seiner Freizeit beschäftigt Herr Waldermann sich gerne mit Gesang, auch wenn er nicht besonders viel Zeit dazu findet. Das Joggen, was früher ein guter sportlicher Ausgleich war, musste er aufgeben. Der Sport ist allerdings trotzdem nicht aus seiner wöchentlichen Terminplanung verschwunden: Er versucht neben dem Schulsport, mindestens zweimal in der Woche selbst Sport zu treiben, nämlich beim Lehrer-Volleyball und -Fußball. Da er aber Familienvater mit kleinen Kindern ist, möchte er oft auch zu Hause sein.

Frank Waldermann sagt selber von sich, dass er ein romantischer Typ sei. Im Fernsehen guckt er sich ganz gerne – wenn auch selten – romantische Komödien an, was ihn aber tatsächlich rührt, ist die Musik. Sie hat ihn schon während des Studiums begeistert und geprägt. So war er im Opernchor, ist ungefähr 80 mal im Jahr in die Oper gegangen und hat an mehreren Aufführungen als schauspielender Sänger teilgenommen.
Eine besondere schauspielerische Herausforderung ist ihm dabei im Gedächtnis geblieben: Wer kann schon von sich behaupten, dass er eine Schlägerei in Zeitlupe gespielt und dabei in Echtzeit dazu mit Bariton-Stimme gesungen hat?
Nicht zuletzt, weil dem Lehrer dieses Erlebnis aus seiner Studentenzeit und sein erster Schultag als Referendar besonders in Erinnerung geblieben sind, kann er sich eine Fortbildung zum Lehrer für Darstellendes Spiel vorstellen.
Abgesehen davon ist es Frank Waldermanns geheimer Traum, einmal im Ausland als Lehrer zu arbeiten und dadurch fernere Länder kennen zu lernen. Ein weiterer Traum, der sich allerdings einfacher erfüllen ließe, wäre bei Hauke Ramm, dem Musikdirektor von St. Wilhadi, im Kammerchor mitzusingen, wenn Zeit dazu ist.
Was wohl die wenigsten Schüler kennen, ist seine emotionale, impulsive Seite. Denn im Unterricht kommt er einem eher ruhig und diplomatisch vor. Das nennt er selber mit einem Lächeln seine „professionelle Seite“. Herrn Waldermanns Reizschwelle scheint relativ hoch zu sein, denn er fährt selten aus der Haut. Aber ärgern kann er sich dennoch, es fehlt ihm nämlich das Verständnis für „sinnlose Konflikte“.
Obwohl er selbst als Referendar kein „Kaffeekocher“ war, gefiele es ihm inzwischen ganz gut, wenn ihm ein angehender Lehrer einen Kaffee koche, meint er beim Fototermin.
Frank Waldermann freut sich außerdem schon jetzt darauf, wenn sein quirliger, vierjähriger Sohn in ein paar Jahren auch so lustig redet wie die Athenaeer in den Pausen.

Interview: Luise Kranzhoff

8. Lennart Zimmermann

Junger Forscher, der schon ein Studienziel hat

„Nervtöter ersten Ranges“ betitelt er sich selbst auf Athenetz, Lennart Zimmermann haben ihn seine Eltern genannt. Tatsächlich sind auch unsere Nerven schon etwas strapaziert, als wir nach dem 3. Anlauf endlich einen Termin für das Interview gefunden haben. Doch dem schüchtern wirkenden Siebtklässler vor unseren Augen verzeihen wir schnell die anfänglichen Schwierigkeiten.

Die Probleme an seinem ersten Schultag waren normal, aber auch wiederum nicht. Für die meisten Fünftklässler ist die Schule groß und unübersichtlich, doch nur die wenigsten müssen sich in einem Rollstuhl durch das morgendliche Gedränge wuseln. Das Schlimmste an der Zeit im Rollstuhl, so berichtet Lennart, war jedoch der Probe-Feueralarm, welchen er zurückbleibend mit einer Lehrerin im Raum abwarten musste. Momentan wuselt er sich wie jeder normale Schüler zu Fuß durch unsere Schule, da auch gebrochene Oberschenkelknochen wieder zusammenwachsen.

Lennart Zimmermann entdeckte nach den Anfangsschwierigkeiten mit dem Rollstuhl schnell die Vorteile des Athes, wobei ihm besonders der vielfältige AG-Plan zusagt. Er hat ihn auch schon sein Interessen folgend ausgenutzt. Dieses Jahr besucht er beispielsweise die Jugend-forscht-AG und entwickelt dort Ideen, um Häuser Tsunami-sicher zu gestalten. Das findet er sehr interessant und das Tüfteln macht ihm viel Spaß.

Darauf aufbauend will er später Physik studieren um als Luftfahrtingenieur zu arbeiten; dieser Berufswunsch (für uns ungewöhnlich, durch Airbus-Nähe aber sicher hier in der Gegend nicht) wurde ihm durch seinen Vater nahe gebracht.

Außerdem spielt er gerne Fußball, spielt am PC oder liest Bücher. Deswegen sitzt er in den Pausen auch meist in der Fantasy-Abteilung der Schulbibliothek, wenn er nicht gerade durch die Schule streunt.

Zudem betätigt Lennart sich genau wie der zuletzt interviewte Lars Hellwinkel, der auch sein Klassenlehrer ist, in der freiwilligen Feuerwehr, der er auch später angehören will und mit welcher er zu Wettbewerben fährt. „Wir lernen da was über die Feuerwehrarbeit und üben das auch“, berichtet er uns während der Jugendreporter-AG Stunde. Und wenn er bei all dem immer noch Zeit hat, geht er mit Anton spazieren, seinem Jack-Russel-Terrier.

Zuletzt bleibt zu erwähnen, dass der Schüler aus der 7f2 uns von seinem Interesse für die Kultur und Lebensweise des weit entfernten Landes Japan erzählt hat. Als wir natürlich noch mehr wissen wollten, merken wir aber, dass er einen ausgeprägten Fluchtinstinkt besitzt – kaum drehten wir uns um, war er weg…

Interview: Melina Umland und Adriana Dinter

7. Dr. Lars Hellwinkel

Der Mann mit dem roten Auto: frankophil und Historiker

Man kann es sich richtig vorstellen, wie der junge Lars mit Forscherdrang alte und uralte Dinge untersucht, von allen Seiten betrachtet und dann auch noch etwas über ihre Geschichte erfahren möchte. Das passiert ihm nicht nur zu Hause, sondern auch im Urlaub in Frankreich, wohin seine Eltern ihn in der Jugend mitnehmen.

Die Verbindung von Geschichtsträchtigem mit allem, was „frankophil“ ist, zieht sich wie ein rotes Band durch das Leben von Lars Hellwinkel: Bereits als Schüler hat er über ein Austauschprogramm der Post als Briefträger in Frankreich gejobbt. Nach der Schule entscheidet sich der Abiturient erst einmal für den Wehrdienst in der deutsch-französischen Brigade, was ihm die Möglichkeit bietet, auch weiterhin den Kontakt zur französischen Sprache und dem französischem Lebensstil zu behalten.

Herr Dr. Hellwinkel erzählt im Interview, dass bei diesen persönlichen Interessen ein Lehramtsstudium in den Fächern Französisch und Geschichte eigentlich nur logisch war. Während des Studiums arbeitete er ein Jahr in der Normandie als Fremdsprachenassistent und da die Universität Kiel eine Partneruniversität in der Bretagne hatte, bot sich auch ein Auslandsstudienjahr im französischen Brest an. Dort konnte er sich dann sogar ein Forschungsgebiet neu erschließen, das bis dahin in Frankreich nicht besonders erforscht gewesen war. Eine Anekdote, die er dazu erzählt, zeigt warum.

Es geht um die Besatzungszeit in Frankreich im 2. Weltkrieg und die Kollaboration der französischen Werften mit den deutschen Besatzern. Vor Ort an der Küste sagte man ihm auf Nachfrage, dass es zu diesem Thema überhaupt keine Unterlagen mehr gäbe. Später, bei Nachforschungen in Paris, kam dann heraus, dass dies nicht ganz stimmen konnte, sodass der Student stutzig wurde und weiter forschte.

Bei einem weiteren Besuch im Archiv in Brest fand sich dann plötzlich doch eine Kiste mit Dokumenten, die man vorher wohl wissentlich übersehen hatte, da das Thema der Kollaboration doch immer noch ein heikles Thema in Frankreich ist. Genug Anlass aber für den jungen Studenten diesen Weg weiterzugehen, an dem am Ende eine binationale Promotion zwischen den beiden Universitäten Brest und Kiel sowie viele weitere Forschungsaufenthalte in Frankreich standen.

Damit kam aber auch der Zwiespalt, sich für die Forschung oder die ursprüngliche Absicht der Tätigkeit an der Schule zu entscheiden. Zunächst folgte ein Referendariat an einer Kieler Schule, die zufällig – oder zum Glück – eine Patenschule in Brest hatte, so ging es auch im Referendariat wieder nach Frankreich. Herr Hellwinkel war begeistert, nur das Land Schleswig-Holstein spielte danach nicht mehr mit, suchte man dort bei Abschluss des Referendariats alles andere als Französischlehrer. „Geh ich doch wieder in die Forschung“, hat er sich gedacht und nahm eine Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum an, wo er bereits im Studium gejobbt hatte. Diese interessante Arbeit fiel dann wieder dem Kultursparhaushalt in Schleswig-Holstein zum Opfer, sodass eine neue Herausforderung her musste. Im lebhaften Gespräch wird deutlich, dass der Wunsch in Norddeutschland zu bleiben und an eine geschichtsträchtige Schule zu kommen, perfekt zum Angebot von Herrn Krusemark passte am Athe anzufangen.

„In Stade fühle ich mich sehr wohl“, sagt Dr. Hellwinkel, „und die Schule bietet mir mit ihren vielen historischen Schätzen wie zum Beispiel der alten Bibliothek die Möglichkeit, Geschichtsunterricht noch lebendiger zu gestalten und mit Schülern und Schülerinnen gemeinsam zu forschen, denn Geschichte ist ja immer um uns herum und das Interesse dafür möchte ich bei meinen Schülern wecken.“

Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang Klassenprojekte, die er begleitete, wie z. B. das Filmprojekt mit der Klasse 10l zum Lager Sandbostel oder die Begleitung der Stolpersteinverlegung in Stade mit zwei 9. Klassen

Noch Zeit für Hobbies? Naja, sind die Leitung der Deutsch-Französischen Gesellschaft und die Mitarbeit in der freiwilligen Feuerwehr Hobbys? Lars Hellwinkel meint „Ja!. Es macht mir einfach Spaß, mich an meinem Wohnort auch neben der beruflichen Tätigkeit für meine Interessen zu engagieren.“ Dabei kam es auch schon mal vor, dass der Pieper der Feuerwehr rief, als vor einigen Jahren am Athenaeum die Pavillons brannten – ein leises „Hurra, Hurra, die Schule brennt“ im Hintergrund konnten sich wohl die Einsatzkollegen nicht verkneifen.

Als Brandschutzbeauftrager ist der „Mann mit dem großen roten Auto“ gerade wieder auf dem Schulhof bei einem informativen Einsatz gesichtet worden.

Interview: Barbara Post

6. Lukas Theivagt

Vielseitiger Sportler mit sehr ruhiger Hand

Es innerhalb von drei Jahren vom Anfänger im Schießsport bis zur deutschen Meisterschaft zu bringen ist eine beeindruckende Leistung. Lukas Theivagt, Zwölftklässler und angehender Abiturient, erzählt im Interview, wie es dazu kam. Er hatte zuvor zwar schon mit Begeisterung jeweils zwei Jahre Badminton gespielt und Leichtathletik betrieben, doch die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft der Sportschützen als B-Jugendlicher in München war sein bisher größter sportlicher Erfolg.

Das Schießen im Verein hatte ihn schon immer interessiert, und als Lukas mit Badminton aufhörte, schien die Gelegenheit gekommen, es einmal richtig auszuprobieren. Im Gegensatz zum Schießen im Schützenverein, wo der Spaß und die Gemeinschaft im Vordergrund stehen, ist das Sportschießen ein richtiger sportlicher Wettkampf mit ganz festen Regeln, erklärt er. Konzentration und eine ruhige Hand sind dabei extrem wichtig, um die Zielscheibe möglichst mittig zu treffen und Punkte zu machen. So wie er vor mir sitzt, scheint dieser Sport genau das Richtige für Lukas gewesen zu sein, denn man hat das Gefühl, dass ihn so schnell nichts aus der Ruhe bringen kann und dass er genau weiß, was er will.
Trinken und Schießen gemeinsam sind ganz bestimmt nicht sein Ding: Alkohol im Blut werde hier wie Doping behandelt, da der Körper im betrunkenen Zustand träger sei und somit auch weniger zittere, erklärt Lukas und grinst. Bei der Meisterschaft in München habe es sogar vereinzelte Dopingkontrollen gegeben.

Für das Schießen hat der Stader aufgrund von Abi-Stress allerdings im Moment keine Zeit mehr. Der Leistungsdruck auf die Schüler sei gestiegen, was seiner Meinung nach auch an G8 liege. Für Hobbys und andere Freizeitaktivitäten bleibt da nur noch wenig Spielraum. Immerhin kann er seine alte Sportart Badminton wieder im Oberstufen-Sportkurs belegen. Ein Foto zeigt seinen Kurs im Hintergrund.

Seine ersten Tage auf dem Athe hat Lukas vor allem als sehr aufregend in Erinnerung. Man lernte viele so neue Leute kennen und schloss Freundschaften. Auch die Lehrerpersönlichkeiten kamen seiner Meinung nach auf der neuen Schule stärker zur Geltung, weil viele von ihnen nicht nur nach Lehrplan unterrichteten, sondern versuchten, den Schülern das spezielle Fach auch zu vermitteln und wirkliches Interesse daran zu wecken. Und im Gegensatz zur eher übersichtlichen Grundschule gab es auf der weiterführenden Schule unglaublich viele Räume, die man als Neuankömmling erst einmal finden musste.

Als Zwölftklässler hat Lukas in den vergangenen Jahren auf dem Athe schon viele Raumsituationen erlebt. Sie reichen von den in die Jahre gekommenen Pavillons auf Campe, wohin seine Klasse in der Fünften und Sechsten ausgelagert worden war, über die angespannte Situation, als der B-Trakt von den Wandhydranten unter Wasser gesetzt wurde, bis hin zum neuen und technisch gut ausgestatteten E-Bau. So ist er wirklich froh, die neueste Erweiterung des Athenaeums mit ihrer guten Ausstattung immerhin noch zwei Jahre als Schüler erleben zu können. Nur die Einrichtung der kleinen Oberstufenräume im Altbau, von denen die meisten leider kein Whiteboard haben, könnte seiner Meinung nach etwas besser sein. Denn Geschichtsunterricht in der Oberstufe mit Overheadprojektor und Folienstift sei zwar möglich, aber nicht gerade „up to date“ und könne nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen, wie es mit Whiteboards möglich sei.

Was Lukas später einmal beruflich machen möchte, weiß er noch nicht so genau. Nach seinem Abitur, das er wohl nächsten Sommer in der Tasche haben wird, will er sich erst einmal eine Auszeit nehmen. Das freiwillige soziale Jahr als Puffer zwischen Schule und Studium will er dann nutzen, um in Ruhe über seine Zukunft und einen eventuell passenden Studiengang nachzudenken. Außerdem bietet das FSJ ihm die Gelegenheit, schon mal in den Berufsalltag reinzuschnuppern, ohne sich gleich festlegen zu müssen.

Und dann hat Lukas vielleicht auch wieder Zeit, sich seiner Sportart, dem Schießen, zu widmen.

Interview: Julius Kamper

5.Matthias Trau​

Mountain Biker mit Pfiff

Wenn es auf dem Weg zum Athenaeum steile Berge, ein paar mehr Bäume und richtig steinige Wege gäbe, dann würde Herr Trau sicher jeden Tag und bei jedem Wetter begeistert mit dem Mountain Bike zur Schule kommen, denn diese anstrengende Sportart ist seine Passion. Klar, dass sein Bike von hoher Qualität ist und die neueste Technik aufweist, denn sonst wäre das Fahren ja nur halb so schön. „Meistens fahre ich im Harz herum, wenn ich an Wochenenden mal Zeit habe und abschalten möchte“, erzählt er beim Interview. Wir sitzen in seiner Küche bei einem Kaffee aus ganz bunten Bechern.

Kurz hinter einer Kaffeedose hat sich eine seiner beiden Katzen platziert. Es scheint, als ob uns das Tier mit seinen blauen Augen ganz genau beobachtet, aber geschickt so tut, als schaue es nur schläfrig in der Gegend herum.

Und was ist im schulischen Bereich das, was ihn begeistert oder aus der Reserve lockt? Eigentlich kann man bei Matthias Trau kaum von einem „Reserve-Modus“ sprechen, denn er ist während eines Schultages eigentlich nie untätig, besser gesagt immer aktiv. Er versucht, das, was er macht, mit vollem Einsatz zu machen. Es verwundert also nicht, dass es keinen Stuhl im Lehrerzimmer gibt, der für ihn frei gehalten werden muss – er flitzt wohl lieber herum… Hoffentlich wird die gesparte Zeit dann nicht, wie bei Momo in Michael Endes Roman, von irgendwelchen grauen Männern gestohlen. Diese Gefahr sieht er selbst.

Für den Deutsch- und Erdkundelehrer soll Schule Begegnung und Miteinander sein. Wenn gesagt wird, dass man mit ihm auf dem Schulhof immer schnell ins Gespräch kommt, ist das ein gewolltes Ergebnis und ein großes Anliegen: „Die Atmosphäre zwischen den Menschen ist sehr wichtig. Es geht immer um Kommunikation zwischen den einzelnen Menschen und Gruppen“, erklärt er. So kommen auch später noch Schüler mit Problemen oder Anliegen zu ihm. Und er versucht konsequent, sich an die Geburtstage seiner Schüler und Schülerinnen zu erinnern.

An den ersten Schultagen am Athe wurde Herr Trau gleich Klassenlehrer und war ziemlich aufgeregt. Als er sich endlich im verwinkelten Gebäude zu seiner wartenden Klasse durchgefragt hatte, war es auf dem Gang ganz schon laut und er wollte sich gleich zu Anfang richtig durchsetzten. Deshalb pfiff er einmal ganz kräftig. Das saß und schlagartig war Ruhe. Er muss selber lachen bei dieser Erinnerung, denn eigentlich, meint er, sei das etwas übertrieben gewesen. Die meisten Schüler seien hier doch recht höflich und engagiert, da brauche es keinen Exerzierplatzton. Wenn er von „hier“ spricht, sind die ländliche Umgebung und Stade gemeint, denn der Berufsweg von Berlin über Magdeburg an die Schwinge zeigt eine Entwicklung Richtung gemütliche Kleinstadt.

Eigentlich lag sein Talent im Vertrieb/Marketing, dachte Matthias Trau schon früh und probierte das in Jobs aus. Dann kam ein Lehrerstudium und gleich zu Beginn war klar, das dies der richtige Beruf für ihn war.
Sport und das Vermitteln von Wissen sind nun also immer noch das, was er am liebsten macht.
Und jetzt los auf’s Rad, Herr Trau!

Interview: Barbara Post

4. Lara Haidar​

Musikliebhaberin, die zweisprachig aufwächst

Zuerst, sagt Lara Haidar aus Jahrgang 10 von sich selbst, sei sie bei einer Begegnung mit neuen Menschen eher ruhig oder auch schüchtern. Das gebe sich aber schnell, wenn sie Leute besser und länger kenne. Die Schülerin, die mir im Interview gegenüber sitzt, spricht verhalten und sprudelt nicht von Anfang an mit Worten, aber sie konzentriert sich, lächelt und wirkt sehr selbstbewusst.

Lara spricht nicht nur die üblichen Fremdsprachen, die man in der Schule lernt, sondern sie verständigt sich täglich in zwei ganz unterschiedlichen Sprachen: arabisch und deutsch. Arabisch ist ihre „Elternsprache“, denn die Familie kommt ehemals aus dem Libanon. Laras Eltern sind vor vielen Jahren mit der ältesten Tochter aus dem Libanon geflüchtet. Alle anderen Geschwister (insgesamt hat Lara 5 Schwestern und Brüder) wurden in Deutschland geboren und die meisten sprechen untereinander deutsch, weil das für sie einfacher ist. Wenn ihnen aber mal ein Wort fehlt, wird mitten im Satz auf arabisch weiter geredet. „Manchmal merken wir das gar nicht.“ In den Sommerferien fährt die Familie gern in den Libanon, weil dort die andere Hälfte der Verwandtschaft wohnt und weil es ein schönes Land ist.

In unserer Schule ist Lara eine der wenigen Mädchen, die ein Kopftuch tragen. Deshalb möchte ich wissen, was zu dieser Entscheidung führte. Sie berichtet, dass in der Familie nur sie und ihre Mutter so ein Kopftuch tragen und dass sie das so etwa ab der 8. Klasse für sich selbst aus religiösen Gründen entschieden hat. Zuerst war es sehr ungewohnt für sie und auch Mitschüler und Lehrer waren interessiert und fragten nach. Jetzt sei es aber ganz normal dieses Tuch in der Öffentlichkeit zu tragen. Sie kann sich nicht erinnern, dass es jemals in ihrem schulischen Umfeld komische Bemerkungen deswegen gegeben hat.

Lara arbeitet freiwillig und begeistert in einem Projekt mit, dass sich an Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund wendet. Sie betreut nachmittags alle zwei Wochen einmal eine Gruppe von Schülern aus der Pestalozzi Grundschule. Die „Fabi“ unterstützt dieses Mentoring-Projekt. Dort wird gesungen, gespielt, gebastelt und es werden manchmal Ausflüge gemacht.

Wichtig ist, dass die Jungen und Mädchen stolz auf ihren einzigartigen Hintergrund sein sollen. Lara berichtet sogar, dass die anderen Kinder sich auch für diese Gruppe interessiert haben und an einem Tag mal mit eingeladen wurden. Ihr macht diese Tätigkeit viel Spaß, weil sie da kreativ sein kann.

Alles, was in diese Richtung geht, ist auch ihr Hobby: Sie kreiert auf dem Papier Mode und würde später gerne einen „Design“-Beruf ergreifen. Das Praktikum sollte deshalb auch am liebsten in einem Einrichtungsstudio gemacht werden.

Die ruhige und besonnene Zehntklässlerin scheint viel Energie zu haben, denn sie spricht von einer Schulbelastung, die auszuhalten ist und die sie auch wegen der positiven Stimmung, die für sie am Athe herrscht, gut weg steckt. Denn „wir sind ja nun schon in der Oberstufe und da ist das halt so.“ Zur Entspannung hört sie dann gerne Musik, hat ihre Kopfhörer also zu Hause oft auf.

Am ersten Tag war die Schule trotz der Erzählungen der älteren Geschwister für sie überwältigend groß und sie hatte einen unheimlichen Respekt vor den großen Schülern. Nun gehört sie selbst dazu – und freut sich schon auf die eigene Mottowoche in der 12. Klasse, denn diese und der traditionelle Chaotentag waren in den ersten Schuljahren hier immer etwas, was sie gespannt erwartet hat.
Und am Ende des Interviews sprudelt ihre Sprache nun doch.

Interview: Barbara Post

3. Dorothee Harbort

Sprachspezialistin per Zufall und aus Überzeugung

Vielleicht kann man am besten verstehen, warum für Frau Harbort der Umgang mit Sprachen und Texten und das Lesen zwischen den Zeilen so selbstverständlich geworden ist, wenn man ihr in Gedanken zuschaut, wie sie als junges Kind am elterlichen Esstisch saß.
Dort gaben es einen Vater, der viel erzählen konnte, der auch gerne Ironie und Witz in der Sprache verwendete und der wohl einen großen Wissensschatz angehäuft hatte. Das Kind Dorothee mit zwei Brüdern, zwei Pflegeschwestern „und allen Leuten, die so vorbei liefen und an den Esstisch fanden“ hörte zu, diskutierte mit und hatte also genügend Zeit, dieses Wissen des „Allrounder-Vaters“ in sich aufzunehmen und nebenbei das Vernetzen von Fakten und auch den Umgang mit Ironie zu lernen.
Außerdem gab es da im Hause Harbort so ganz nebenbei eine Sprachenvielfalt, die für alle selbstverständlich war: Man hörte und sprach zwei sehr verschiedene Arten Plattdeutsch, Alemannisch und auch Hochdeutsch. Jeder passte sich an und wechselte die Sprachart mit dem neuen Gegenüber. Als Kind finde man es normal, weil man sich nicht vorstellen könne, dass es in anderen Familien anders sein sollte. Man stelle sich einfach darauf ein, sagt sie. Diese Umgebung ist natürlich schon mal eine gute, wenn auch zufällige, Voraussetzung für das Interesse an immer neuen Sprachen.
Frau Harbort erklärt sich so, dass ihre Vorliebe für den Umgang mit Texten und das genaue Lesen entstanden ist. Sie möchte diese Begeisterung auch an Schüler weitergeben, denn diese Technik ist sehr nützlich und besonders das Fach Latein bietet da viele Möglichkeiten. Verschmitzt sagt sie: „Auch Caesar lügt ganz kräftig, aber man kann ihn erwischen. Und das macht richtig Spaß.“

Bei Latein kommt sie regelrecht ins Schwärmen, denn sie liebt diese Sprache, weil sie die Gelegenheit gibt, uraltes Wissen mit aktuellen Themen zu verbinden. Die Sprache sei auch nicht komplizierter als z. B. Türkisch, meint sie. Den Vergleich mit Klingonisch und Elbisch bleibt sie allerdings schuldig, denn dass sie diese Sprachen auch beherrsche, sei nun wirklich ein absolutes Gerücht.
Es scheint sich aber in der Schülerschaft festgesetzt zu haben, berichtet da nebenbei ein Jugendreporter.

Wenn das Sprachenlernen sich wie ein rotes Band durch ihr Leben zieht, fragt man sich doch, warum Französisch denn ursprünglich keine Begeisterungsstürme bei dieser Lehrerin auslöste. Das ist auch schnell erklärt: Als es um die Wahl der 2. Fremdsprache ging, war die Schülerin Harbort so überhaupt nicht begeistert von den französischen Austauschschülerinnen, die an ihrer Schule auftauchten. „Die fand ich irgendwie zickig und mit denen durfte man auch nicht raufen. Da wollte ich ihre Sprache eben auch nicht lernen.“ Ihr erster Lateinlehrer in Göttingen war dann per Zufall ein ehemaliger Athenaeum-Schüler. Irgendwie musste dann ja wohl der Weg an diese Schule gehen.

Am Athe gefällt ihr das gute Klima unter den Kollegen und Kolleginnen, die sich oft gegenseitig helfen, wenn es nötig ist. Auch die Mischung aus Fordern und Fördern im Bereich des Unterrichts ist ihr hier positiv aufgefallen. Ihr Anliegen, in jedem Schüler dessen Stärke zu erkennen und ihn/sie nicht nur als „Fachling“ zu sehen, könne sie an diesem Ort gut umsetzen. Der Zustand einiger Teile des Altbaus ist für Frau Harbort jedoch auch ein Ärgernis, denn sie hat schon Ecken gefunden, die sicher sein vielen Jahrzehnten nicht renoviert wurden und die einfach unschön sind.
Erfreulich sind für sie dann wieder die, die dieses Gebäude mit Leben füllen und sich engagieren: Ein Beispiel ist da die Mitarbeit einiger in einem „Mentoring Programm“, das Schüler/innen mit Migrationshintergrund aus dem Athe mit solchen aus der Pestalozzi Grundschule zusammenbringt. Hier wird durch interessante Angebote erfahrbar gemacht, dass verschiedenartige kulturelle Hintergründe als Reichtum zu verstehen sind.

Interview: Barbara Post

2. Marie Saß

Zeichnerin mit klaren Zielen vor Augen

Wenn Marie Saß nicht gerade etwas für die Schule vorbereitet, dann zeichnet sie. Sie zeichnet viel und vielfältig, alles was ihr in den Sinn kommt. Landschaften, Menschen, Detailansichten, mit verschiedenen Zeichentechniken. Es ist die Kontrolle über die Linienführung, die ihr so viel Spaß macht, anders als z. B. bei einer verlaufenden Aquarellfarbe muss man sich hier nicht mit den Zufall einlassen, sondern kann selbst bestimmen, was auf dem Papier passiert. Sogar Kurse, die sie weiterbilden, hat sie schon besucht. „In einem privat von Herrn Fey organisierten Kurs mit einem professionellen Aktmodell habe ich bei den schnellen Zeichnungen viel über Anatomie gelernt“, schwärmt sie.
Marie überlässt auch sonst nicht so gerne Dinge dem Zufall, sondern verfolgt ihre Ziele mit viel Konstanz. Sie hatte, vielleicht ja, weil im Elternhaus oft Dokus über Kunst und Geschichte liefen, schon in der Grundschule den Traum Archäologin oder Kunsthistorikerin zu werden und wusste, dass dieser Weg über das Gymnasium führen musste. Also war sie froh, dann am ersten Tag hier im Athe zu sitzen und hörte gespannt der Rede von Herrn Krusemark zu.

Besonders in Erinnerung ist ihr dabei geblieben, als er den Fünftklässlern damals erzählte, dass auch sein eigener Schulweg nicht immer gradlinig verlaufen war. Das hat ihr imponiert und auch Mut gemacht.
Der Spruch oder Witz, den sie im Kunst-LK über die häufige Arbeitslosigkeit der Kunsthistoriker hörte, erzählt sie dazu dann schmunzelnd: Der Kunsthistoriker mit Arbeit fragt seinen arbeitslosen Kollegen vorm Tresen: „Pommes rot-weiß?“ Trotzdem will sie ihr Ziel weiter verfolgen, denn Kunst und das Interesse an Geschichte ziehen sich wie ein rotes Band durch ihr bisheriges Leben.

Nachdem Marie nach längerer Krankheit aus Jahrgang 11 in die 10. Klasse zurück wechselt, begreift sie sehr schnell den großen Unterschied zwischen Kurssystem und Klassenunterricht: Hier arbeitet schon die Mehrzahl für sich auf ein Ziel hin und die Arbeitsatmosphäre ist dementsprechend konzentriert, dort scheint das Ziel noch in weiter Ferne, der Spaß an sozialen Kontakten und nebenunterrichtlichen Aktionen ist deutlich größer und führt meist zu viel mehr Unruhe. Marie hat in der ersten Woche nach dem Wechsel vom Lärm richtig Kopfschmerzen.
In diesem Zusammenhang beklagt sie auch das Handyverbot an der Schule, denn das Benutzen dieser Geräte, die zur Ablenkung und als soziale Kontaktvermittler für die Schüler und Schülerinnen eben so wichtig sind, wird wohl in den Pausen von Lehrkräften eher geahndet als während des Unterrichts. Unter den Bänken ist also viel los, glaubt Marie. Ihrer Meinung nach kann das Verbot so nicht umgesetzt werden und ist daher nicht sinnvoll.
Positiv an ihrer Schule sind für Marie die vielen Möglichkeiten, die sich ihr hier bieten. Als Saxofon-Spielerin hat sie eine Musikklasse besucht und ist auch gerne Mitglied im Chor mit seinen großen Konzerten. Eine Musik-Freundin kannte sie schon aus der 3. Klasse und andere Freunde kamen bei so vielen Aktivitäten schnell dazu.
Auch eine Unterrichtssituation ist ihr ganz positiv im Gedächtnis geblieben, nämlich die, in der Herr Trau den Schülern am eigenen Leib beeindruckend vorführte, dass es wichtig ist, Situationen und eigene Aktionen immer kritisch zu hinterfragen. Er wollte dem Kurs damit die Gedanken der Aufklärung nahe bringen.

Hilfsbereit? Naja, sagt Marie bescheiden aber auch bestimmt, eigentlich nicht mehr als andere. Man kann doch jemanden, der weint, nicht einfach stehen lassen. Da hat sie natürlich Recht.

Interview: Barbara Post

1. Kornelia Götter

Harzerin mit Sinn für Handwerk und Schwinge-Schwimmen

Als Frau Götter mit 24 Jahren an das Athenaeum gerufen wurde, war Koedukation, also das gemeinsame Unterrichten von Mädchen und Jungen, noch etwas ganz Besonderes. Gerade erst kamen die ersten Mädchen als Fünftklässlerinnen an unsere Schule. „Ein Glücksfall für mich“, sagt sie, denn nun wurden Kolleginnen für das Fach Textiles Gestalten und auch für den getrennten Mädchensport gebraucht. Für uns heute kaum vorstellbar, damals gab es erst 10 weibliche Lehrkräfte im Kollegium.
Sie kam aus dem Harz, mit den Ideen der 68er im Kopf, musste sich also in Stade zuerst an die flache Landschaft und dann auch noch an die „Kavaliere der alten Schule“ unter den Kollegen gewöhnen, die sie nett aufnahmen und ihr ständig die Türen aufhielten.
Neu aufgebaut wurde von ihr die Textilsammlung, damit der Unterricht in der Hausmeisterwohnung unterm Dach statt finden konnte. „Die Schule hatte keine müde Nadel!“, erzählt Kornelia Götter und lacht.

Auch die Jungen haben bei ihr den Umgang mit diesen Nadeln gelernt, denn zu Beginn waren Textil und Werken noch Pflicht für die Klassen 5 bis 8.

Auch im Sport leistete sie Pionierarbeit, z. B. durch die anfängliche Leitung des neu eingerichteten Skikurses mit den Vorbereitungsseminaren. Skifahren lag ihr ja als Harzerin im Blut. Ihr ging es aber nie hauptsächlich um Hochleistung im Sport, sondern Frau Götter liegt und lag es am Herzen, dass im Schulsport eine Sensibilisierung für den eigenen Körper und dessen Gesundheit statt findet und dass besonders die Schwächeren motiviert werden. Nur so könne das Selbstwertgefühl gesteigert werden. Gerade erst traf sie „ihre“ Schüler vom Abi-Jahrgang 1983 auf dem Jubiläumsschulfest wieder und einer erinnerte sich: „Sie haben mir damals eine 3 gegeben, weil ich es geschafft habe, über den kleinen Bock zu springen. Und ich war wirklich stolz auf mich!“
Privat hat Konni Götter die Schwinge als persönliche Badeanstalt genutzt. So nahe am Haus war das eine ideale Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen. Öffentliche Schwimmbäder hat sie meist gemieden – sicher hat der jahrelange Schwimmunterricht damit zu tun, dass sie privat Chlor und Lärm lieber aus dem Wege ging.
So wie im Beruf zieht sich auch zu Hause Handwerkliches wie ein rotes Band durch ihr Leben – basteln mit ihren Töchtern (beide Schülerinnen am Athe), nähen von eigenen Kleidern, Fahrräder reparieren und gemeinsame handwerkliche Tätigkeiten am Haus mit ihrem Mann (Kollege am Athe, verstorben 1998). „Wichtig ist mir, dass alles, was ich herstelle, funktional ist. Nur schön und dekorativ reicht nicht, man muss die Dinge gebrauchen können – “
Nach der Pensionierung in diesem Sommer wird im neuen Haus in den Bergen (!) nahe Füssen bestimmt noch viel zu hämmern, bohren und sägen sein: sportlich und kreativ zugleich, Frau Götter!

Interview: Barbara Post