Nachgedacht über…: Und wie viele Erden verbrauchst du so?

von Leah Engelke

Der 29. Juli 2019. Dieser Tag ist nun schon ein wenig her und für die meisten Leute ist es einfach nur ein Datum, ein Tag wie jeder andere. Damit er aber nicht in Vergessenheit gerät und da er in gewisser Weise doch ein ganz besonderer ist, habe ich mir über den 29. Juli noch einmal Gedanken gemacht. Denn für die Erde ist dieses Datum eine Katastrophe, denn an diesem Tag war der „Globale Erdüberlastungstag 2019“ – oder auch: „Earth Overshoot Day“. Das heißt konkret: An diesem Tag waren alle nachhaltig nutzbaren Ressourcen und Rohstoffe für das ganze Jahr aufgebraucht, doch der Tag kam eindeutig viel zu früh. Es war gerade mal Juli, sieben Monate des Jahres vergangen, ab diesem Tag leben wir auf Kosten der Erde. Das kann so nicht weitergehen! Wir müssen dringend etwas dagegen unternehmen. Nicht morgen, nicht übermorgen. Jetzt! Heute! Sofort!

Der Globale Erdüberlastungstag war noch nie früher als in diesem Jahr, die Überlastung nimmt also immer weiter zu. Somit wurden unseren Ökosystemen bereits nach sieben Monaten mehr Holz, Pflanzen, Futtermittel, Fisch und Nahrungsmittel entnommen, als jährlich generiert werden können. Das ist jedoch nicht das einzige Problem, hinzu kommen noch die Treibhausgase, von denen bereits mehr in die Atmosphäre ausgestoßen wurden, als ansatzweise von den natürlichen Kreisläufen aufgenommen werden können. Die Folgen davon sind deutlich spürbar und vielen bekannt: Der Rückgang der Artenvielfalt, Überfischung, der voran schreitende Klimawandel, schrumpfende Wälder, riesige Müllberge, verschmutzte Meere, Abschmelzen der Pole, … Die Menschheit nutzt die Erde 1,75mal schneller, als Ökosysteme generieren können. 1987 fiel der „Overshoot Day“ noch auf den 19. Dezember, doch durch das extrem hohe Konsumniveau in Industrie- und Schwellenländern, das rasante Bevölkerungswachstum und den viel zu großen Plastikverbrauch rückt der Tag im Kalender immer weiter nach vorne. Deutschland hatte bereits am 3. Mai alle Ressourcen aufgebraucht, wenn also die gesamte Weltbevölkerung auf dem Konsumniveau von Deutschland leben würde, bräuchten wir drei Erden, nach dem Konsumniveau von den USA sogar fünf. Was tun wir unserer Erde bloß an?
Damit der „Overshoot Day“ wieder weiter nach hinten verschoben wird, muss jeder von uns etwas tun. Um herauszufinden wie nachhaltig man wirklich lebt und was man besser machen kann, kann man seinen Ökologischen Fußabdruck unter https://www.fussabdruck.de bestimmen.

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