Der Norwegenaustausch – mehr als nur ein gewöhnlicher Schüleraustausch

Wortfetzen auf Englisch erklingen im gesamten Schulgebäude und es laufen Kleingruppen von jeweils vier Personen unterschiedlicher Herkunft durch das Schulgebäude. Wie nun schon zum vierten Mal fand auch in diesem Jahr der Norwegenaustausch in den zehnten Klassen statt, dieses Mal vom 01.12 bis zum 05.12.2025. Nicht nur was Sprache, Sitten und Speisen anging, war der Norwegenaustausch eine echte Bereicherung, sondern auch die neuen Begegnungen haben uns alle nachhaltig geprägt. Zwar war das Programm ziemlich anstrengend, aber hat definitiv dazu beigetragen, die Zeit erinnerungswürdig zu machen.

Die Woche begann mit einem normalen Schultag für uns. Den Montag verbrachten wir in unseren Klassen obwohl von Fokus oft nicht die Rede sein konnte. Am späten Nachmittag konnten wir dann am Bahnhof unsere norwegischen Besucher abholen und die Aufregung wuchs mit jeder Minute, mit der die Ankunft näher rückte, spürbar. Würden wir unsere Austauschpartner direkt erkennen und wie würden wir miteinander klarkommen? Eine Autofahrt mit nervösen Gesprächen später kamen wir an und zeigten ihnen ihr neues Zuhause für die Woche. Dieser Abend blieb mir ganz besonders im Gedächtnis. Denn die ersten Eindrücke und Gespräche sowie das erste gemeinsame Essen und eine aufregende Woche mit straffem Programm stand uns bevor und die Vorfreude war deutlich spürbar.

Der nächste Tag begann mit einer Schulrallye, bei der wir quer durch die Schule liefen und Fragen beantworten mussten. Die Rallye war meiner Meinung nach ein idealer Einstieg und bot eine tolle Chance, einige Norweger und ihre Austauschpartner kennenzulernen. Danach stand ein Klassenbesuch an. Obwohl sich die meisten auf diesen nicht besonders freuten, war es sehr schön, die Möglichkeit zu haben, unsere Gäste der eigenen Freundesgruppe vorzustellen und alle miteinander bekannt zu machen. Im Unterricht direkt war es für die norwegischen Austauschschüler ziemlich schwer, irgendetwas zu verstehen, da alles nur auf Deutsch stattfand. Wir hatten allerdings trotzdem eine schöne Zeit und haben die Chance genutzt, uns über die unterschiedlichen Schulsysteme zu unterhalten. Wir verbrachten dann den folgenden Nachmittag in Hamburg, wo wir nicht nur das Miniaturwunderland besuchten, sondern auch die Zeit nutzten, uns Hamburg genauer anzusehen und den Norwegern auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt diverse deutsche Spezialitäten zu zeigen. Den Abend verbrachten wir in kleineren Gruppen zum Beispiel auf dem Weihnachtsmarkt oder bei Freunden zuhause. Wir spielten Spiele und genossen einen weiteren gemeinsamen Abend zusammen. Nach diesem ersten vollen Tag waren wir alle zwar müde, aber auch gespannt auf den nächsten Tag.

Am Mittwoch, unserem dritten gemeinsamen Tag mit den Norwegern stand zunächst ein „Zero-Waste-Frühstück“ an, ein Projekt zu Nachhaltigkeit. Dazu besuchten wir mit den Austauschschülern den Stader Wochenmarkt und kauften für vorher vorbereitete Rezepte ein. Danach fanden wir uns in der Mensa zusammen, um gemeinsam unsere Gerichte vorzubereiten. Nach dem Buffet hatten wir bis zum nächsten Programmpunkt auf der Stader Insel ein wenig Freizeit. Ich verbrachte diese Zeit mit meiner Austauschschülerin, einer Freundin von mir, einem Klassenkameraden sowie seinem Austauschschüler in der Innenstadt. Wir zeigten den Norwegern die Besonderheiten unserer Heimatstadt und waren anschließend noch zusammen Waffeln essen, um später auf dem Gelände des Freilichtmuseums in verschiedenen Gruppen einen Kriminalfall zu lösen. Ich finde, das war ein idealer Programmpunkt, um auch die Norweger von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. Abends stand dann noch die Eisdisco in Harsefeld auf dem Plan, was auch eine Aktivität darstellte, die ich nicht missen will.

Am Donnerstag, unserem letzten ganzen gemeinsamen Tag mit den Norwegern, waren wir erneut in Hamburg. Zunächst hatten wir ziemlich viel Spaß beim gemeinsamen Bouldern bei Urban Apes und anschließend schlenderten wir wie auch schon am Dienstag über den Weihnachtsmarkt. Einige der norwegischen Austauschschüler fanden auch noch Weihnachtsgeschenke für ihre Familien und insgesamt war der Nachmittag zwar nostalgisch, aber umso schöner. Als Ausklang für die wirklich gelungene Woche veranstalteten wir noch eine Party in Hagen.

Am nächsten Morgen brachten wir die norwegischen Gäste zum Bahnhof, was sich ehrlicherweise ein wenig unwirklich erschien, da es sich anfühlte, als wären sie gerade erst angekommen. Einige von den deutschen Austauschschülern, mich eingeschlossen, liefen noch mit dem Zug mit, als er abfuhr. Daran anschließend gingen wir gemeinsam zur Schule zurück und hielten eine Evaluation ab. Für diese war ich sehr dankbar, da es uns erspart wurde, erneut in den Unterricht gehen zu müssen und wir so einfach die dringend benötigte Ruhe genießen konnten.

Insgesamt stellt der Norwegenaustausch für mich eine Chance dar, die jeder, der die Möglichkeit dazu hat, ergreifen sollte. Ich hatte sehr viel Spaß mit meiner norwegischen Austauschschülerin, wobei wir beide auch ein gutes Match abgegeben haben und uns super verstanden, was nicht unbedingt immer der Fall war. Meine persönlichen Highlights waren auf jeden Fall der interkulturelle Austausch im Generellen, wobei es besonders schön war, dass ich stets in einer gemischten Gruppe unterwegs war, bestehend aus norwegischen und deutschen Austauschschülern unterschiedlicher Geschlechter, mit denen ich mich seit Montagabend auch so oft wie möglich getroffen habe. Außerdem gab es einige lustige Momente, die mir noch länger in Erinnerung bleiben werden, wie zum Beispiel Käsestückchen im Obstsalat nach dem Zero-Waste-Frühstück oder dem vermehrten Hinfallen bei der Eisdisco. Ich persönlich habe auch noch häufig Kontakt mit mehreren der norwegischen Austauschschüler und freue mich schon sehr auf die Fahrt nach Ålesund im März. Und an dieser Stelle auch noch einmal vielen Dank an Frau Seel, Frau Passarge und alle anderen Beteiligten, die sich die Zeit für die Organisation des Austausches genommen haben.

von Liv Kluthe-Janssen (Montag/Dienstag) und Stine Corleis (Mittwoch bis Freitag und Fazit)

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