Nachgedacht über…: Was ich nach dem Abi (nicht) vermissen werde

Mein Name ist Tessa Burfeind und ich schreibe aktuell mein Abitur am Athenaeum. Seit neun Jahren bin ich auf diese Schule und habe schon einiges miterlebt. In der Retrospektive ging die Zeit schneller vorbei als ich dachte. Ich kann mich noch sehr gut an das Gefühl erinnern, die Abiturienten vor dem F-Bau auf den Beginn Ihrer Klausuren warten zu sehen und zu denken, ich hätte noch ewig Zeit… und jetzt stehe ich selbst da. Heute habe ich einmal darüber nachgedacht, was mir in Erinnerung bleiben wird – und was ich ganz sicher nicht vermissen werde…

Fünf Dinge, die ich nicht vermissen werde…

  • Notenstress: Was ich am aller-allerwenigsten vermissen werde, ist der Notenstress. Ich tendiere dazu, mich über meine Noten mit anderen zu vergleichen und weiß, welche Leistung ich für gut halte. Allerdings mache ich es mir selbst gerne schwer, denn mit einer Aufgabe anzufangen, kostet mich Unmengen an Überwindung und Dinge auf den letzten Drücker zu erledigen, ist unglaublich anstrengend. Leute, macht es besser, seid schlauer als ich.
  • Lehrermonologe und langweilige Themen: Ebenfalls nicht vermissen werde ich Monologe von Lehrern und Unterrichtsthemen, die mich einfach nicht interessieren. Denn ich muss mich zwingen, trotzdem mitzuarbeiten, weil ich diese Note haben möchte. Wenn ich mich einfach berieseln lassen dürfte, dann wäre das gar kein Problem.
  • Hausaufgaben: Auf jeden Fall Hausaufgaben. Aber noch schlimmer ist das Lernen für eine Klausur, denn da bist du nie fertig. Hausaufgaben sind kurzweiliger; man kann sie wenigstens beenden und dann ist gut.
  • Schlangen in der Mensa: Was ich ebenfalls nicht vermisse werde, sind die langen Schlangen in der Mensa, wenn man nicht fünf Minuten früher aus dem Unterricht entlassen wird und die Menschen, die sich vordrängeln… eine extra Kasse für die Laugenstangen und Schnitzelbrötchen wäre traumhaft.
  • Mir den Allerwertesten in der Pause im Winter abzufrieren…

Fünf Dinge, die ich vermissen werde…

  • Freunde: Ich glaube das, was ich am meisten vermissen werde, ist es, meine Freunde täglich zu sehen. In der Pause und psst, nicht weitererzählen, aber natürlich auch im Unterricht zu quatschen, ist das Beste an der Schule. Nach unserem Abiball werde ich wahrscheinlich viele Leute nur noch selten sehen. Einige machen wie ich ein Gap Year und gehen ins Ausland, andere fangen direkt an zu studieren. Unser Leben wird sich stark unterscheiden und unsere Gesprächsthemen werden sich ändern.
  • Stundenausfälle: Ich werde Ausfall vermissen. Nie wieder wird meine Arbeitszeit so stark von einer anderen Person abhängig sein, sodass ich frei bekomme, wenn diese nicht da ist. Generell habe ich höchstwahrscheinlich nie wieder so viele freie Tage wie jetzt. Wie schaffen das eigentlich Berufstätige?
  • Unterrichtsgespräche: Ich muss ganz ehrlich sein, ich werde die Diskussionen im Unterrichtsgespräch vermissen. Eines meiner Lieblingsfächer ist Geschichte und es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, mit meinen Mitschülern darüber nachzudenken, wie historische Geschehnisse verknüpft sind, was war der Auslöser und was die Folgen von dem, was sich ereignet hat? Ja ich habe es gesagt: mancher Unterricht macht Spaß.
  • Die Mensa: Zum Abschluss meiner Oberstufe verdient die Schulmensa ein großes Lob von mir. Euer warmes, leckeres Essen hat mir an vielen langen Tagen wieder neue Energie gegeben und gemeinsam mit meinen Freunden zu essen, war schön. Besonders mit der Giraffencreme verbinde ich viele positive Erinnerungen an die 5. und 6. Klasse…und danach ging es weiter zur Badminton-AG. Die Linsenbolognese koche ich inzwischen Zuhause selbst nach, so gut finde ich die.
  • Und überhaupt…: Grundsätzlich mag ich an der Schule, dass man jeden Tag neues Wissen sammelt oder Denkanstöße bekommt. Das wird sich aber hoffentlich nicht ändern, nur die Art und Weise und die Themen werden andere sein. Oder?

Zum Abschluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass mir sicherlich Dinge aus der Oberstufe stärker in Erinnerung bleiben werden. Viele ältere Erinnerungen sind bereits wieder verblasst oder haben mit der Zeit an Bedeutung verloren. Daher nehmt diesen Artikel gerne als Anlass, euer aktuelles Erleben kurz aufzuschreiben, festzuhalten und aufzubewahren. Vielleicht könnt ihr diese wieder rauskramen, wenn ihr in ein paar Jahren diese Schule verlasst und an eure Schulzeit zurückdenkt.

Ich wünsche euch noch ganz viel Spaß in eurer verbleibenden Schulzeit und dass ihr alles schafft, was ihr euch vornehmt!

von Tessa Burfeind

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