Athe-aktuell: Seminarfach präsentiert Arbeiten im Auswanderermuseum
Am 08. Dezember hatten einige Schüler:innen aus dem 13. Jahrgang, genauer gesagt die Mitglieder des Seminarfachs von Herrn Niestroj, eine besondere Chance. Sie sollten den Inhalt ihrer Facharbeiten in die Form eines Plakats überführen und durften dieses dann in einer eigenen kleinen Sonderausstellung im Auswanderermuseum BallinStadt in Hamburg präsentieren. Zunächst sind viele Stunden in die Vorbereitung dieses besonderen Projekts geflossen, woraufhin am 08.12. dann die Eröffnung im Café des Auswandererhauses stattfinden konnte. Dieser Ort war allerdings nur eine vorübergehende Lösung, da im Foyer, das die Plakate nun beherbergt, am Eröffnungstag noch eine andere Ausstellung abgebaut wurde. Tessa und ich konnten an diesem Montag dabei sein, um ein paar Eindrücke der Eröffnung einzufangen.
Die Veranstaltung war für die Presse geöffnet sowie für einige Ehrengäste aus der Politik: Die beiden Stader Bürgermeisterkandidaten Arne Kramer und Kai Köser sowie Elif Aydin, die Social Media-Beauftragte der CDU in Stade. Seit dem 08. Dezember ist sie auch für alle anderen Gäste zugänglich, die die Hauptausstellung der BallinStadt besuchen. Von Seiten des Museums waren der Geschäftsführer Volker Reimers und Torben Knye, der Leiter für Marketing, Vertrieb und PR anwesend. Die Veranstaltung wurde eröffnet mit ein paar netten Worten des Geschäftsführers, Herrn Niestroj und schließlich Theo und Theresa, die eine persönliche Rede vorbereitet hatten. Damit wurden alle Gäste angemessen in das Thema der Ausstellung, “Life, Liberty and the Pursuit of Happiness” eingeführt, bevor sie sich schließlich alle selbst umschauen konnten.
Die Plakate waren entlang der Wände aufgereiht und in einer leichten thematischen Aufteilung angeordnet, sodass man sie in einem klassischen Museumsrundgang begutachten konnte. Da die Schüler:innen für das Thema ihrer Facharbeiten alles aussuchen konnten, was mit dem Motto “Life, Liberty and the Pursuit of Happiness” zu tun hat, waren die Inhalte sehr weit gefächert. Dabei waren verschiedenste wichtige und aktuelle Themen, die die Gesellschaft und insbesondere die junge Generation gerade bewegen: unter anderem Politik, Diversität und mentale Gesundheit. Fast alle, mit denen wir gesprochen haben, lobten die vielfältige und spannende Themenauswahl. Auch die Bürgermeisterkandidaten waren sehr interessiert an den ausgestellten Themen und freuten sich darüber, dass Jugendliche sich in Eigeninitiative mit so wichtigen Fragen beschäftigen. Auf die Frage, wie sie auf ihre Themen gekommen waren, meinten die Schülerinnen und Schüler, dass sie sich vor allem mit eigenen Interessen auseinandersetzen wollten, aber auch mit wichtigen Fragen, auf die sie gern mehr Aufmerksamkeit lenken würden. Viele hatten ein Thema gewählt, zu dem sie persönliche Verbindungen haben oder für das sie sich gerne einsetzen. Über die Gelegenheit, ihre Plakate im Museum BallinStadt ausstellen zu dürfen, haben sich alle Mitglieder des Kurses sehr gefreut. Emma Broberg, die über die Gefahren des Klimawandels in Amerika geschrieben hat, sagte uns: „Ich hoffe, dass die Ausstellung viele Menschen erreicht und dass Menschen sich mit unseren Themen kritisch auseinandersetzen und zum Nachdenken angeregt werden.” Einige sind in ihren Projekten auch persönlich geworden. Yuliia Shkoliarenko, die wie Emilia Heuer und Emily Leitner über mentale Gesundheit in der frühen Kindheit geschrieben hat, erzählte uns so von ihren Beweggründen: „Ich bin in einer nicht sehr gesunden Familie aufgewachsen, also hat mich das Thema interessiert, weil ich etwas für die Zukunft verbessern wollte.” Sie und Emilia betonten auch, dass sie sich über die Gelegenheit des Museums freuten, da sie es wichtig finden, ihre Stimme für ein so relevantes Thema zu nutzen, mit dem sich möglichst viele Menschen auseinandersetzen sollten. Gerade im Bereich des gesellschaftlichen waren auch einige kontrovers diskutierte Fragen dabei, etwa die Regelung der Migration in den USA, zu der Sasha Sheremet und Dafné Szepesi ein Poster erstellt haben, oder die Gleichstellung von Transpersonen im Sport, mit der Theo Ingwersen sich beschäftigt hat. Für viele ist gerade das interessant gewesen: „Ich wollte vor allem ein Thema nehmen, das kontrovers ist, womit man einen Konflikt darstellen kann, wo es sehr starke Meinungen gibt”, wie Theo uns gesagt hat. Bei so gut wie allen merkte man einen großen Stolz auf das Erreichte und eine Freude daran, das eigene Thema vorstellen zu können. Auch die Veranstalter vom Museum waren beeindruckt vom Engagement der Jugendlichen und froh über den Beitrag, den sie zur Ausstellung des Hauses leisteten. Herr Niestroj äußerte ebenfalls seine Freude über das Angebot des Museums und die Gelegenheit, die die Schüler damit bekamen. „Ich freue mich, dass die BallinStadt das macht. Das ist, glaube ich, noch ein stärkerer Anreiz, als wenn es jetzt nur in der Schule ausgestellt wäre. Hier gibt es auch die Möglichkeit, dass andere die Arbeiten noch sehen können.” Zu seinen Hoffnungen bezüglich der Ausstellung sagte er: „Ich würde mich freuen, wenn Leute sich dafür interessieren. Life, Liberty and the Pursuit of Happiness ist ja der Traum der Auswanderer, aber es wäre natürlich toll, wenn sie sehen, dass dieses Thema hier auch über die Thematik der Auswanderer hinausgeht.”
Insgesamt war die Eröffnung also für alle ein Erfolg, die leider bisher weniger Aufmerksamkeit bekommen hat, als sie verdient hätte. Die Ausstellung läuft noch bis Ende Januar, also werden hoffentlich noch einige Leute kommen und sich selbst ein Bild davon verschaffen!
von Kari Wenk; Fotos: Tessa Burfeind