Athe-aktuell: Unsere Bienen sind ein Gewinn für viele
Im Frühjahr 2024 zog das erste Bienenvolk auf Initiative von Herrn Schneider und Herrn Pape am Athenaeum ein. Der Bienenstock steht auf der eingezäunten Streuobstwiese im Schulgarten. Es war ein ziemlich kleines Volk, das zunächst wachsen musste. Trotzdem musste jemand gefunden werden, der sich in Zeiten der Abwesenheit der Lehrkräfte um die Bienen kümmern kann. Nea Scharschmidt (7c) und Anton Reit (7a) erklärten sich dazu bereit und absolvierten vom Frühjahr dieses Jahres an den Lehrgang zur Imkerin bzw. zum Imker. Im ersten Jahr war der Ertrag an Honig mit ca. 3 Kilogramm noch nicht so ergiebig. Das Volk aber entwickelte sich so gut, dass wir es über den Winter brachten. Im Frühjahr 2025 konnten wir einen Ableger bilden, sodass wir nun zwei Völker im Schulgarten stehen haben. In den Sommerferien 2025 schleuderten Nea und Anton den Honig. Dieses Jahr ernteten sie dabei 20 Kilogramm. Dieser Honig wird nach der Idee des Pädagogen Hermann Lietz in der Mensa genutzt. Herman Lietz lehrte nach dem Prinzip mit „Herz, Hand und Verstand“. In seinen Schulen kümmern sich die Schüler um das Schulhaus und helfen bei der Produktion der Lebensmittel. Die Schülerinnen und Schüler eignen sich so mehr und mehr Kompetenzen praktisch selbstständig an. Hierzu passt der Ausblick auf die Hochbeete, die auf Initiative von Herrn Dr. Ebel entstanden sind. Hier könnte Gemüse wie Zwiebeln, Radieschen oder Kräuter für die Mensa angebaut werden. Der Honig findet zudem Verwendung im Chemieunterricht des 11. Jahrganges von Herrn Pufahl. Die Schüler wollen zum Thema „Synthese von Alkohol“ Met auf die gleiche Weise wie die Wikinger herstellen. Hier vermischt sich der Chemieunterricht mit der experimentellen Geschichte. Wir sind gespannt, wie es nächstes Jahr im Bienenstock weitergehen wird.
Unser Jugendreporter Julius Birkholz hat den Schüler Anton Reit aus der 7a zu seinem Imkerschein befragt.
Jugendreporter: Was gefällt dir am meisten an der Arbeit mit Bienen?
Anton Reit: „Ich kann gemeinschaftliches Imkern nur empfehlen. Du bist im ständigen Austausch mit den anderen und kümmerst dich um verschiedenste Aufgaben. Von Honig schleudern bis zur Varroabehandlung ist alles dabei.“
Warum hast du einen Imkerschein gemacht?
„Herr Schneider brachte mich zum Imkerschein, den ich bereits erhalten habe. Er selbst hält privat Bienen und hatte Gefallen an der Idee, Bienen auf dem Schulgelände zu halten. Also fragte er, ob ich einen Imkerschein machen möchte.“
Wie lange dauert es, so einen Imkerschein zu absolvieren und was muss man dafür tun?
„Der Kurs fand etwa ein halbes Jahr lang statt und wird in digitale und Anwesenheitstermine unterteilt. Dort werden Themen wie der anatomische Aufbau der Biene und verschiedene Imkermethoden dargestellt.“
Wie ist das Gefühl, bei der Arbeit von hunderten Bienen umgeben zu sein?
„Am Anfang ist man noch scheu gegenüber den vielen Bienen. Doch genau das ist das Problem. Bienen können Angst „riechen“ und stechen dadurch automatisch zu. Doch solange man ihnen nichts tut, wird einem auch nichts passieren. Es ist wie aktive Meditation. Du fokussierst dich vollkommen auf die Bienen – und vergisst alles andere.“
Wird die Ausrüstung von der Schule gestellt?
„Ja, Ausrüstung wie Sockmeißel, Bienen und Beutel wurden von der Schule finanziert.“
Wie oft isst du Honig und welchen bevorzugst du?
„Ich esse sehr gerne Honig, vor allem Heidehonig. Dieser wird im Spätsommer zum Beispiel auf Sylt oder in der Lüneburger Heide gewonnen. Dies ist besonders riskant, da die Bienen sich auf den Winter vorbereiten sollten. Doch es lohnt sich: er ist besonders intensiv, herb und einfach lecker.“
von Julius Birkholz